Schutz-, Hilfe und Sicherheitsmaßnahmen für Opfer von Gewalt am Arbeitsplatz.

Am 28. April wird der Welttag für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz begangen. Ein dabei oft weniger beachtetes Thema ist die Gefährdung der Gesundheit durch Gewaltverbrechen. Vida, younion und der WEISSE RING arbeiten gemeinsam an gesetzlichen und betrieblichen Verankerungen von Schutz und Hilfe für die Opfer.

Die Gewalt, der Menschen an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sind, nimmt seit den 80er Jahren wieder stark zu. Die Zahlen verdoppeln sich beinahe im Zehnjahresabstand. Besonders betroffen sind Arbeitnehmer/innen im Verkehr- und Dienstleistungssektor, der Gastronomie, in medizinischen und sozialen Berufen sowie im Sicherheits- und Rettungswesen.

Menschen, die Opfer von Gewalt am Arbeitsplatz geworden sind, leiden nicht nur unter den physischen und materiellen Folgen sondern besonders auch unter den psychischen. Sie reichen von Ängsten, Orientierungsschwierigkeiten, Panikattacken bis zu posttraumatischen Belastungsstörungen. Die Symptome werden oft nicht als solche erkannt und deshalb über Monate verschleppt, sodass sie sich zu ernsten Krankheiten auswachsen und sogar zur Berufsunfähigkeit führen können.

„Unzureichende Information der Gewaltopfer über ihre Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten ist das größte Problem im Bereich der Opferhilfe“, betont Udo Jesionek, Präsident des WEISSEN RINGES. „Vielen Menschen könnte durch rechtzeitige psychologische und juristische Unterstützung größeres Leid erspart werden.“ Zu wenig Verständnis vonseiten der Führungskräfte, kaum Krisenpläne, Unterschätzung der Folgen und Risiken für Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Betroffenen, unklare Haftungssituationen – vor allem bei prekären Arbeitsverhältnissen – sind weitere erschwerende Faktoren. „Deshalb“, so Präsident Udo Jesionek, „ist es auch so wichtig, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen!“ Die Gewerkschaften vida und younion vereinbarten mit dem WEISSEN RING eine Kooperation. Gemeinsam formulieren die Organisationen klare Ziele für eine stärkere gesetzliche und betriebliche Verankerung von Opferhilfe und Opferschutz und starten eine Informationskampagne.