„Heimopferpension“ beschlossen!

Späte Genugtuung – Pensionszuschuss für „Heimopfer“

Am 7. März 2017 wurde im Ministerrat beschlossen, dass Opfer von Gewalt in staatlichen und kirchlichen Heimen und Erziehungseinrichtungen einen Pensionszuschuss in der Höhe von 300 Euro pro Monat erhalten sollen. Der WEISSE RING sieht damit eine langjährige Forderung zur finanziellne Besserstellung von Heimopfern erfüllt.

Seit sechs Jahren betreut die Verbrechensopfer-Einrichtung WEISSER RING Opfer von Gewalt und Missbrauch in Heimen. Der WEISSE RING hat im Laufe von sechs Jahren fast 3.500 Fälle von Gewalt und Missbrauch in staatlichen und kirchlichen Einrichtungen betreut. Den allermeisten von ihnen wurden finanzielle Unterstützungen sowie Kostenübernahmen von Psychotherapien und Rechtsberatungen gewährt.

Was in der Arbeit mit den Betroffenen aber immer wieder sichtbar wurde, ist die Kritik daran, dass das Leiden der ehemaligen Heimkinder nicht offiziell anerkannt und dadurch zur reinen Privatangelegenheit degradiert wurde. Das hat sich durch den offiziellen Staatsakt „Geste der Verantwortung“ im November 2016 geändert. Spitzenvertreter von Staat und Kirche haben öffentlich Verantwortung übernommen. Dabei wurde auch zum ersten Mal eine langjährige Forderung des WEISSEN RINGES, der Zuschuss zur Pension für Heimopfer aufgenommen.

Der WEISSE RING hat sich in den letzten Monaten in viele Gesprächen mit Ministern intensiv darum bemüht, die „Heimopferpension“ konkret zu unterstützen und voranzutreiben. Der Präsident des WEISSEN RINGES, Udo Jesionek zeigt sich deshalb auch höchst erfreut über den Beschluss des Ministerrats: „Wir haben uns seit vielen Jahren intensiv um einen Zuschuss zur Pension für Heimopfer bemüht. Deshalb freue ich mich sehr darüber, dass nun so rasch ein so breiter Konsens erzielt werden konnte. Für unsere Klientinnen und Klienten bedeutet das eine späte, wichtige Anerkennung ihrer Leiden. Und ich möchte hinzufügen, dass wir sehr dankbar sind, dafür einen Beitrag geleistet zu haben.“

Der Pensionszuschuss für Heimopfer soll noch in diesem Jahr anlaufen. Eine konkrete Gesetzesvorlage ist derzeit in Bearbeitung.