Mehr Opfer von Kriminalität, mehr Hilfe für die Betroffenen

Am 6. März 2017 veröffentlichte das Bundeskriminalamt die Kriminalitätsstatistik 2016. Gewaltdelikte und Cybercrime sind angestiegen. Aus Sicht der Verbrechensopferhilfe WEISSER RING bedeutet das: Es gibt vermehrten Bedarf an Beratung und Betreuung. Mit Beginn 2017 startete ein neues Projekt zur weiteren Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Polizei und Opferhilfeeinrichtung.

 

Österreich ist eines der sichersten Länder der Welt. Dennoch gab es mit 537.792 angezeigten Delikten im Vorjahr ein Plus von 3,8% oder 19.923 Personen mehr, die Opfer einer Straftat geworden sind. Der Großteil der Betroffenen blieb bislang allerdings mit ihrer oft äußerst belastenden Situation allein. Das lag vor allem daran, dass die Möglichkeiten und Ansprüche, die sie auf Prozessbegleitung, Beratung und Unterstützung haben, vielen Opfern nicht bekannt waren.

 

Das soll sich nun ändern. Mit 2017 startete ein neues Projekt, das die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Opferhilfeeinrichtungen verstärken soll. Grundstein dafür ist ein Erlass, der Polizist/innen verpflichtet, Betroffene von Straftaten zu fragen, ob sie Unterstützung möchten. Wird dies bejaht, bekommt die Opferhilfeeinrichtung eine Verständigung und kann sich so aktiv an die Betroffenen wenden. Das ist vor allem bei Gewaltdelikten und bei älteren Verbrechensopfern wichtig. Denn der Schock über die Tat, sehr oft auch die Scham und Verunsicherung, bewirken, dass sich viele Opfer zurückziehen anstatt Unterstützung zu suchen.

 

Der WEISSE RING arbeitet derzeit intensiv daran, Polizist/innen in ganz Österreich durch Trainings, Workshops und Vernetzungsarbeit auf diese Hilfe aufmerksam zu machen. „Viele Polizist/innen sind uns dafür sehr dankbar. Denn die meisten haben großes Mitgefühl mit den Opfern und sind froh, wenn sie helfen können“, so Dina Nachbaur, Geschäftsführerin des WEISSEN RINGES.