Follow Me – Eine Exkursion ins Darknet

Jene 96 % des Internet, das die Suchmaschinen nicht automatisiert erfassen, bezeichnet man als Deep Web. Als Darknet wird in der Regel jener Teil des Deep Webs bezeichnet, der nur über Anonymisierungstools erreichbar ist (z.B. Tor Browser). Nicht alles, was dort stattfindet, ist illegal. Anonymität im Kontext Darknet, aber auch im Deep Web ist vor allem für zwei Gruppen interessant. Einerseits gibt es Menschen, die den Schutz des Deep Web für ihre Kommunikation benötigen.

„Deep Web und Dark Net bieten Schutz vor Verfolgung – leider auch für Menschen, die dort strafbare Handlungen begehen. Cyberkriminelle haben kein Recht auf Nutzung der Anonymität bei ihren kriminellen Geschäften. Neue Fahndungsmethoden und eine bessere Vernetzung der Polizei steigern den Fahndungsdruck im Darknet.“

Robert Lakits, Bundeskriminalamt

Menschen, die den Schutz des Deep Web für ihre Kommunikation benötigen sind beispielsweise Journalist*innen, die ihre Informant*innen und Quellen schützen. Dissident*innen, Oppositionelle aus Diktaturen, Whistleblower teilen sensible Daten und Informationen. Das Deep Web / Darknet bietet die Möglichkeit, auf Inhalte zuzugreifen, die im Clear Web (Internet) zensiert oder politischen Restriktionen unterworfen sind.

Diese erste Gruppe schützt sich durch das Ausweichen ins Deep Web vor den negativen Folgen ihrer Aktivitäten und vor staatlicher Verfolgung.

Die zweite Gruppe nutzt die Anonymität des Deep Web, um sich der Strafverfolgung zu entziehen. Dabei handelt es sich um Personen, deren Handeln – sollte es im Clear Net (Internet) gesetzt werden – sofort zu Anzeigen und strafrechtlicher Verfolgung führen würde. Im Darknet finden sich Foren, in denen sich Pädophile austauschen oder Tauschbörsen, auf denen kinderpornografisches Material, Videos von Morden und Misshandlungen, geteilt werden.

In Webshops und auf Handelsplattformen (Marktplätzen) werden Waren und Dienstleistungen angeboten die verboten, reglementiert, illegal oder Restriktionen unterworfen sind. Der Bogen spannt sich vom Waffenhandel über geschützte Tiere oder Diamanten bis zu Dienstleistungen wie der Suche nach einem „Hitman“ für die Beseitigung ungeliebter Zeitgenossen. Klar ist, dass Cyber-Kriminelle kein Recht auf Nutzung der Anonymität bei ihren kriminellen Geschäften haben. Leider hat die Einführung von Kryptowährungen das Darknet aber gerade auf dem Gebiet der unerlaubten Geschäfte befeuert. Die Arbeit des Cybercrime-Competence-Centers im Bundeskriminalamt, neue Fahndungmethoden und eine bessere Vernetzung der Polizei steigern den Fahndungsdruck im Darknet.

Exkursion ins Darknet am Tag der Kriminalitätsopfer 2019

ChefInsp. Robert Lakits, Bundeskriminalamt, lud das Fachpublikum zu einem Ausflug in jene Bereiche des Internet ein, die für Suchmaschinen nicht zugängig sind: „Deep Web und Darknet bieten Schutz vor Verfolgung – leider auch für Menschen, die dort strafbare Handlungen begehen. Cyberkriminelle haben kein Recht auf Nutzung der Anonymität bei ihren kriminellen Geschäften. Neue Fahndungsmethoden und eine bessere Vernetzung der Polizei steigern den Fahndungsdruck im Darknet.“

Hier geht es zum Gesamtüberblick über den Tag der Kriminalitätsopfer 2019.

Foto: Copyright WEISSER RING/Orhan Maglajlic