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Geschichte

Jeder kann Opfer werden, niemand soll es bleiben !




2008

Opferhilfe/Opfernotruf

2008 zählte der Weisse Ring 18.000 Kontakte mit Opfern, ihren Angehörigen oder Personen aus dem unmittelbaren Umfeld von Opfern. In zwei Drittel der Fälle erfolgte der Kontakt telefonischÜber die Opfernotrufnummer 0800 112 112, weitere 6.000 Personen haben sich direkt an eine derÖsterreich weit eingerichteten Kontaktstellen des Weissen Ringes - Landesleitungen, Aussenstellen oder Anlaufstellen für Prozessbegleitung gewandt und Unterstützung in Anspruch genommen: vertrauliche, persönliche Gespräche mit einem/r MitarbeiterIn, Herstellung des Kontakts zu Behörden, insbesondere mit dem Bundessozialamt, wenn Ansprüche nach dem Verbrechensopfergesetz geltend gemacht werden konnten, kostenlose Orientierungs- und Beratungsgespräche mit JuristInnen und PsychologInnen oder TherapeutInnen, anwaltliche und/oder psychosoziale Prozessbegleitung, Vermittlung zuÄrzten, aber auch finanzielle Unterstützungen in Form von einmaligen Zuwendungen oder Darlehen, etc.

1.391 Opfer wurden 2008 vom Weissen Ring umfassend betreut. Damit ist die Zahl der Opfer, die sich 2008 an den Weissen Ring gewandt haben, gegenüber 2007 um 288, also um 26%, gestiegen. In 610 Fällen, in denen der Kontakt mit dem Weissen Ring bereits in den Jahren davor entstand, wurde die Betreuung fortgesetzt.

Statistik

Die Zahl der Opfer, die sich 2008 erstmals an den Weissen Ring gewandt haben und umfassend betreut wurden, ist in Wien von 664 im Jahr 2007 auf 784 im Jahr 2008 gestiegen, das entspricht einer Steigerung um 18%. In Niederösterreich hat sich die Anzahl der Fälle von 2007 auf 2008 mehr als verdoppelt (53/110), in Tirol (53/80) und Oberösterreich (73/111) stieg die Anzahl der Fälle umÜber 50%. Auch die anderen Bundesländer konnten beträchtliche Anstiege verzeichnen.

Hinsichtlich der Art der Delikte betreute der Weisse Ring vorrangig Opfer von Körperverletzungen (37 %), von Vermögensdelikten (20 %) wie Raub (12,8%), Diebstahl, Betrug und Trickbetrug sowie Opfer von Sexualdelikten (12 %). Die Betreuung der letztgenannten Opfergruppe, wie auch die Betreuung von Opfern häuslicher Gewalt, erfolgte in Kooperation mit anderen Organisationen.

Statistik

2008 hat der Weisse Ring - im Rahmen der Verträge mit dem Bundesministerium für Justiz vom 1.10.2007 bis 30.9.2008 und 1.10.2008 bis 30.9.2009 - in 551 Fällen mit Prozessbegleitung begonnen und in 378 Fällen diese abgeschlossen, in 681 Fällen wird die Prozessbegleitung im Jahr 2009 weitergeführt.

Kompetenzzentrum Opferhilfe

Am 03.01.2007 hat der Weisse Ring auf Einladung des Bundesministeriums für Justiz ein Konzept zur Verbesserung der Organisation und Vernetzung der Opferhilfe inÖsterreich unterbreitet, welches die Einrichtung eines "Kompetenzzentrums Opferhilfe" inÖsterreich vorsieht und das auch im Regierungsprogramm der XXIII. Gesetzgebungsperiode verankert ist. Seit 1. September 2008 ist der Weisse Ring nunmehr beauftragt, ein Kompetenzzentrum Opferhilfe einzurichten. Im Rahmen dieses Kompetenzzentrums wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz folgende AgendenÜbernommen:

Seit 1. Juli 2007 betreibt der Weisse Ring im Rahmen eines Förderungsvertrages mit dem Bundesministerium für Justiz den Betrieb des Notrufes für Opfer unter der für AnruferInnen kostenfreien Rufnummer 0800 112 112, 24 Stunden täglich, an 365 Tagen im Jahr. Informationen bietet der Opfernotruf darüber hinaus auf der Homepage www.opfer-notruf.at undÜber die E-Mail-Adresse opfernotruf@weisser-ring.at.

Ein Team von 12 PsychologInnen und RechtsanwältInnen mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Opfern bedient den Opfernotruf.

Der Opfernotruf ist zentrale Anlaufstelle für alle Belange, die Opfer selbst, aber auch ihre Familien und ihren Freundes- und Bekanntenkreis betreffen oder betreffen könnten. Die Leistungen umfassen die emotionale Unterstützung von Menschen, die unmittelbar oder mittelbar von einer Straftat betroffen sind, telefonische Krisenintervention, Information und auf Wunsch auch Vermittlung an Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, Information und BeratungÜber Opferrechte, etc.

Vom 01.01. - 31.12.2008 hat der Opfernotruf 10.357 telefonische Gespräche geführt. Im Schnitt werden täglich ca. 29 Gespräche gezählt, pro Monat gibt es mehrere Spitzentage mit 50-70 Gesprächen. Die Zahl der Zielanrufe nimmt zu, während die Anzahl der "Scherzanrufe" rückläufig ist. Zwei Drittel der AnruferInnen sind Frauen, ein Drittel Männer. 58% sind selbst Opfer, ca. 15 % sind Angehörige von Opfern. Körperverletzung, Gewalt in der Familie und Stalking sind Delikte, die am häufigsten genannt werden.

Im Jahr 2008 hat der Weisse Ring für seine Tätigkeit in den Bereichen Opferhilfe und Opfernotruf 0800 112 112Über EUR 1.530.000,- an finanziellen Mitteln aufgewendet.

Projekte und Initiativen des Weissen Ringes

Stellungnahme zum "2. Gewaltschutzgesetz"
Der Weisser Ring und die Weisser Ring Forschungsgesellschaft haben eine "Stellungnahme zum Entwurf eines Bundesgesetzes, mit dem die Exekutionsordnung, die Zivilprozessordnung, das Außerstreitgesetz, das Gerichtliche Einbringungsgesetz 1962, das Strafgesetzbuch, die Strafprozessordnung 1975 und das Tilgungsgesetz 1972 geändert werden (2. Gewaltschutzgesetz - 2. GeSchG)", zusammengestellt. Diese wurde von Hon.Prof. Dr. Udo Jesionek am 16.6.2008 an das Bundesministerium für Justiz weitergeleitet. Im Zusammenhang mit der Erarbeitung des "2.Gewaltschutzgesetzes" hat der Weisse Ring gemeinsam mit andern Opferhilfeeinrichtungen in der Arbeitsgruppe Gewaltschutz, eingerichtet vom Bundesministerium für Justiz an notwendigenÄnderungen in den Bereichen Strafrecht, Zivilrecht, Exekutionsrecht, Pflegschaftsrecht und Sozialrecht mitgearbeitet. 2009 soll das "2. Gewaltschutzgesetz" verabschiedet werden.

Arbeitsgruppe Medienrecht / Bundesministerium für Justiz
An der Arbeitsgruppe Medienrecht - Sitzungen am 30.5.2008 und 20.6.2008 - nahmen Frau Mag.ª Susanne Schubert-Lustig bzw HonProf.Dr.Udo Jesionek teil. Am 03.07.2008 fand eine parlamentarische Enquete zum Thema "Medienrecht und Opferschutz" statt, bei der HonProf.Dr. Udo Jesionek referierte.

Forderungskatalog Weisser Ring 2008
Zentrale Punkte, die der Weisse Ring im Hinblick auf die Verbesserung der Opferrechte auch 2008 gefordert hat, sind:

Besonderes Augenmerk wird der Weisse Ring aber auch auf die künftige Ausgestaltung des strafprozessualen Haupt- und Rechtsmittelverfahrens und die Wahrung der Opferrechte in diesem Bereich legen.

Weiterentwicklung Prozessbegleitung
Die Weiterentwicklung der Prozessbegleitung inÖsterreich ist zum einen Gegenstand von Weisser Ring-internen Arbeitsprozessen (Arbeitsgruppe Prozessbegleitung), zum anderen auch Thema lokaler bzw.Österreich weiter Gremien, in denen der Weisse Ring vertreten ist. Auf nationaler Ebene haben HonProf.Dr.Udo Jesionek, Mag.ª Marianne Gammer und MMag.ª Dina Nachbaur an Sitzungen der "Plattform Prozessbegleitung" 2008 (14.03.2008 und 19.09.2008), am 04.04.2008 und am 14.11.2007 an den Sitzungen der "Interministeriellen Arbeitsgruppe für Prozessbegleitung" und den "Jours fixes Prozessbegleitung" im Bundesministerium für Justiz am 10.03.2008 und am 08.09.2008 teilgenommen.
Am Runden Tisch "Prozessbegleitung", veranstaltet vom Oberlandesgericht Linz am 19.06.2008, vertraten den Weissen Ring Dr.in Susanne Gahler und Dr.in Brigitta Braunsberger-Lechner von der Außenstelle Steyr.
Im Rahmen dieser Gremien wurden Lösungsansätze für Probleme in der praktischen Durchführung der Prozessbegleitung diskutiert und Verbesserungsvorschläge an die zuständigen Stellen weitergeleitet. Die vom Institut für Konfliktforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz durchgeführte und 2007 präsentierte Evaluierung Prozessbegleitung bietet für den Verbesserungsprozess wichtige Grundlagen.
Der Weisse Ring hat federführend gemeinsam mit Lichtblick/Wiener Neustadt und dem Vorarlberger Institut für Sozialdienste die Standards für Prozessbegleitung für Opfer situativer Gewalt sowie Anforderungsprofil und Qualifikationskriterien für Prozessbegleitung für Opfer situativer Gewalt ausgearbeitet, die in der Interministeriellen Arbeitsgruppe für Prozessbegleitung im Jahr 2008 verabschiedet wurden.

In Kooperation mit dem Weissen Ring und dem Notfallpsychologischen DienstÖsterreich hat die VAV-Versicherung ein Angebot zur psychologischen Betreuung für Diebstahls- und Einbruchsopfer ausgearbeitet und in die Versicherungsleistungen eingebunden. Die VAVÜbernimmt demnach die Kosten für psychologische Erstintervention,Über Betreuungsmöglichkeiten durch den Weissen Ring wird informiert.

Langfristige Unterstützung von Kindern:
84 Kinder, die selbst Opfer eines Verbrechens wurden oder durch ein Verbrechen ihre Eltern verloren haben, wurden in das Unterstützungsprogramm 2008 aufgenommen. In seiner langjährigen Arbeit hat der Weisse Ring festgestellt, dass diese Kinder oft an oder unter der Armutsgrenze aufwachsen und daher ein befristetes Betreuungsprogramm nicht ausreichend sein kann. Im Zuge der Weihnachtsaktion werden die Kinder finanziell unterstützt und im Einzelfall nötige weitere betreuende Maßnahmen gesetzt.

Therapieprojekt für Kinder und Frauen, die Opfer von Gewalt wurden und deren Familienangehörige
The Baxter International Foundation, eingerichtet zur Förderung von sozialen Projekten weltweit, unterstützte ein Projekt des Weissen Rings inÖsterreich für Kinder und Frauen, die Opfer von Gewalt wurden und deren Familienangehörige. Ein Budget von US$ 36.600,- wurde für Krisenintervention und Therapien bereitgestellt, das Projekt wurde 2008 abgeschlossen.

Externe Aus- und Weiterbildung

2008 führte der Weisse Ring/die Weisser Ring Forschungsgesellschaft Schulungen, Seminare und Informationsveranstaltungen für VertreterInnen der Polizei, der Justiz, der Anwaltschaft und anderer Institutionen durch. Diese Veranstaltungen werden häufig gemeinsam mit VertreterInnen von Opferhilfeeinrichtungen wie Kinderschutzzentren, Gewaltschutzzentren/Interventionsstellen, etc. gestaltet.

01.-03.04.2008: Wien - Seminar Opferrechte - SIAK - Sicherheitsakademie des Bundesministeriums für Inneres (HonProf.Dr.Udo Jesionek, Dr.Peter Walter, Franz Grünbart, MMag.ª Dina Nachbaur, Mag. Alexander Knoll)

14.04.2008: Wien - Institut für Strafrecht/Universität Wien ( Leitung Univ.-Ass.Dr.in Karin Bruckmüller): Kurs Opferrecht: Referate Mag.ª Marianne Gammer und Dr. Peter Walter und HonProf.Dr. Udo Jesionek

Fachtagungen und Veranstaltungen

18.01.2008: Linz - Präsentation der Publikation Bauer, Keplinger, Schwarz-Schlöglmann, Sorgo: Gewaltschutzgesetz. Engerwitzdorf 2007, Teilnahme Mag.ª Marianne Gammer

29.02.2008, Wien - Expertendiskussion "Tatort Nachbarschaft", Teilnahme HonProf.Dr.Udo Jesionek

07.03.2008, Wien - Internationaler Frauentag, Teilnahme Mag.ª Marianne Gammer

13.03.2008, Wien - Jour Fix "Gewaltschutz für Frauen", Teilnahme Mag.ª Marianne Gammer

3/2008, Kärnten - Frauenplattform, Referat und DiskussionÜber Gestaltung der europäischen Gesetzesgebung, Teilnahme Renate Mosser (Pressesprecherin der Frauenplattform)

03/2008, Ottenstein: Ottensteiner Fortbildungsseminar aus Strafrecht und Kriminologie (Schwerpunktthema StPO neu) / Teilnahme Univ.-Ass.Dr.in Karin Bruckmüller

09./10.04.2008, Wien - "30 Jahre Frauenhäuser Wien", Teilnahme Mag.ª Marianne Gammer

25./26.4.2008, Seggau, Tagung der Plattform "Krisenintervention-Akutbetreuung-Stressverarbeitung" im Bildungshaus Schloss Seggau, Referat Mag. Werner Schlojer

05.05.2008, Wien - Linuxwochen (EDV-Veranstaltung), Weisser Ring - EDV-Installation (Präsentation Andreas Haumer, xS + S Software und Systeme), Teilnahme Mag.ª Marianne Gammer

05.05.2008, St.Pölten - Interdisziplinäre Fachtagung "Implementierung von Prozessbegleitung Nö", Teilnahme Univ.-Ass.Dr.in Karin Bruckmüller

05.05.2008, Wien - Daphne-Projekt "Kinder und Jugendliche gegen häusliche Gewalt" - Vorstellung Opfernotruf durch Mag.ª Manuela Marina-Mitrovic

07.05.2008, Wien - Fachbeirat Jugendwohlfahrt, Teilnahme HonProf.Dr.Udo Jesionek

08.05.2008, Wien - Referat "Seniorinnen als Opfer von Straftaten", HonProf.Dr.Udo Jesionek

08.05.2008, Wien - "10 Jahre Wiener Interventionsstellen", Teilnahme Mag.ª Marianne Gammer

09.05.2008, Wien - Präventionsarbeit bei Beziehungsgewalt bei der Polizei - Referat Mag.ª Marianne Gammer

20.05.2008, Wien - Experteninterview zum Thema "Senioren als Opfer" von Matthias Gaderer (Kuratorium für Verkehrssicherheit - Projekt zum Thema Senioren als Opfer von Eigentumsdelikten) / Mag.ª Marianne Gammer

05.07.2008: Herzogenburg - Podiumsdiskussion "Verraten und verkauft", Veranstaltung zum Thema Menschenhandel organisiert vom Weissen Ring Niederösterreich (Dr.in Ilse Grond) und Frauenhaus St. Pölten. Teilnehmer u.a. HR Dr.Kurt Leitzenberger, Präsident des LG St.Pölten, HR Dr. Prucher, Sicherheitsdirektor Nö, Helmut Edelmayr, Abg.z.Landtag a.D., Karl Mahrer (Weisser Ring), Charlotte Ayckler (Gewaltschutzzentrum Nö). Mag.ª Christiana Weidel (Leiterin Projekt W.E.S.T.), Mary Kreutzer, Buchautorin "Ware Frau"

03.07.2008, Wien - Parlamentarische Enquete "Medienrecht und Opferschutz" mit der Bundesministerin für Justiz, Dr. Maria Berger, der Bundesminsterin für Inneres, Dr. Maria Fekter und Frauenministerin Heidrun Silhavy) - Referat durch HonProf.Dr.Udo Jesionek

05.09.2008, Ried im Innkreis - Diskussion "Mehr Schutz vor Gewalt - Mehr Rechte für Opfer von Straftaten"mit der Bundesministerin für Justiz, Dr.Maria Berger, Teilnahme Franz Grünbart

22.09.2008, Wien - Universität Wien, Podiumsdiskussion mit Journalisten, Teilnahme HonProf.Dr.Udo Jesionek

24.09.2008, Wien - Vortrag zum Thema "Law and Order", Teilnahme HonProf.Dr.Udo Jesionek

08./09.10.2008, Salzburg - "*30*20*10 Jahre gegen Gewalt an Frauen und Kindern" - Fachtagung gegen Gewalt, Teilnahme Kurt Möschl

13.10.2008, Linz - Festakt "10 Jahre Gewaltschutzzentrum Oö", Teilnahme HonProf.Dr.Udo Jesionek

14.10.2008, Wien - Jour Fix "Gewaltschutz für Frauen", Teilnahme HonProf.Dr. Udo Jesionek

16.10.2008, Wien - 15. Symposium "Sicherheit 2008" für Sicherheitsbeauftragte der Banken und SparkassenÖsterreichs, Referat Mag.ª Marianne Gammer

21.10.2008, Wien - Messe Wien, "Frauen Power-Tag", Teilnahme Mag.ª Marianne Gammer, Mara Herrnstadt

05.11.2008, Linz - Fachtagung "Neue Entwicklung im Strafverfahrensrecht Erfahrungen - Rückblick - Ausblick", Teilnahme Mag. Helmut Kunz

05.11.2008, Wien - Neustart, "Vienna Seminar on Victim Offender Mediation in Finland und Austria", Referate Mag.ª Marianne Gammer, MMag.ª Dina Nachbaur

11.11.2008, Wien - 15-Jahresfeier der "Plattform gegen die Gewalt in der Familie", "Auktion für Prävention", Teilnahme Mag.ª Marianne Gammer

12.11.2008, Graz - Impulsstammtisch des BSA Steiermark, Teilnahme HonProf.Dr. Udo Jesionek

18.11.2008, Wien - ExpertInnen Forum - "Gewalt gegen Alte", Teilnahme Mara Herrnstadt

26.11.2008, Wien - Tagung Neustart: "Opferschutz und Hilfe für Täter - ein Ausschließungspaar?" Teilnahme HonProf.Dr.Udo Jesionek, MMag.ª Dina Nachbaur, Univ.-Ass.Dr.in Lyane Sautner

30 Jahre Weisser Ring

Anläßlich des 30-Jahre-Jubiläums wurden eine Reihe Veranstaltungen organisiert:

10.10.2008, Wien/Donaukanal - Fest für Mitarbeiter, Freunde, Sponsoren, VertreterInnen von Partnerorganisationen, Ort: Summerstage am Wiener Donaukanal mit der Band "Kollegium Kalksburg".

16.10.2008, Wien/Rathauskeller - Abendessen für Gäste aus dem In- und Ausland (Einladung durch den Bürgermeister der Stadt Wien, Dr.Michael Häupl) mit dem Vorstand des Weissen Ringes.

17.10.2008, Wien/Parlament - Festveranstaltung gemeinsam mit Frau Nationalrats-präsidentin Mag.ª Barbara Prammer und des Herrn Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer, der auch den EhrenschutzÜbernahm, mit Grußworten der Bundesminister für Justiz, Inneres, Soziales und Konsumentenschutz und Frauen. Die Festrede hielt Prof. Jan Van Dijk von der Universität Tilburg/Niederlande.

02.10.2008, Ried i.Innkreis - Benefizkonzert zugunsten des WR des Musikkorps der Bayerischen Polizei und des Landespolizeiorchesters Oberösterreich im Rahmen der Rieder Musikfachmesse 2008.

05.12.2008, Pfarrkirche Neuhofen i. Innkreis - Benefizveranstaltung, Vorweihnachtskonzert "Bolschoi Don Kosaken".

Anläßlich der 30-Jahr-Feier erschien in der Reihe "Viktimologie und Opferrechte" der Band "30 Jahre Weisser Ring. Eine Festschrift.", herausgegeben von Udo Jesionek, Schriftenreihe der Weisser Ring Forschungsgesellschaft - VOR. Band 5 Studienverlag, Innsbruck/Wien/München/Bozen 2008. Mit Beiträgen von Udo Jesionek, Manfred Armbruckner, Franz Grünbart, Andrea Krenn, Lucas Lorenz, Renate Mosser, Dina Nachbaur und Sabine Tutschek. Die Festschrift wurde an die Gäste der Festveranstaltung im Parlament ausgegeben.

Struktur und interne Organisation

Neuer Standort Bundesgeschäftsstelle
Mit 1. April ist die Bundesgeschäftsstelle des Weissen Ringes von der Marokkanergasse 3, 1030 Wien in die neuen, größeren Räumlichkeiten unter der Adresse Nußdorferstraße 67, 1090 WienÜbersiedelt.

Neue Vorstandsmitglieder
In der Vorstandssitzung vom 08.07.2008 wurde die Kooptierung von Herrn Franz Gily, Unternehmensberater, in den Vorstand einstimmig beschlossen.

Vorstandssitzungen
Im Jahr 2008 trat der Vorstand zu Sitzungen am 28.02.2008, 08.07.2008 und am 27.11.2008 zusammen.

Sitzungen des Exekutivkomitees
Das Exekutivkomitee, bestehend aus mindestens 3 Vorstandsmitgliedern, trat 2008 zu 8 Sitzungen am 29.1., 28.2., 10.4., 14.5., 23.6., 6.8., 16.9. und 4.11. zusammen.

Neues aus den Landesorganisationen

Burgenland (Vorstandssitzung 28.2.2008)
Ernst Mitsch hat die Landesleitung aufgrund privater Verpflichtungen zurückgelegt, bleibt dem Weissen Ring jedoch als Mitglied verbunden. Die LandesleitungÜbernimmt Herbert Wagner, MAS, langjähriges Vorstandsmitglied des Weissen Ringes Burgenland.

Tirol (Vorstandssitzung 28.2.2008)
Dr. Manfred Deiser, Psychotherapeut, wird 2.Landesleiter-Stellverterter.

Anlaufstellen Prozessbegleitung
Um Opfern von StraftatenÜber die Landes- und Aussenstellenleiter hinaus die Möglichkeit, rasch Kontakt mit dem Weissen Ring aufzunehmen, wurden, meist an Standorten der Landesgerichte für Strafsachen Anlaufstellen für Prozessbegleitung, in den meisten Fällen Anwaltskanzleien, geschaffen.

52 neue ehrenamtliche MitarbeiterInnen 2008:

Kärnten (9): Dr.in Silvia Anderwald, Mag.ª Birgit Bass, Revierinspektor MMag. Markus Brentschuh, Dr.in Gabriele Jenny, Evelyn Birgit Kriegl, Chefinspektorin Renate Petz, Mag.ª Cristin Eichwalder, Ursula Ibounig, Mag.ª Christin Seebacher
Niederösterreich (8): Rene Edinger, Dr.in Susanne Fuchsbauer, Dr. Edmund Kitzler, Marlies Leitner, Regierungsrat Axel Tröster, Mag.ª Sabine Zambai, Oberstleutant Paul Palisek, Bezirksinspektor Wilhelm Trisko
Oberösterreich (2): Mag.ª Julia Ganzert, Gudrun Hallermann
Salzburg (3): Dr. Erich Gamsjäger, Mag. Bernhard Heim, Maria Adriana Reinwald
Steiermark(13): Mag.ª Anna Becvar, Christine Hajek, Horst Heinrich, Mag.ª Irmgard Sophie Herzog, Mag.ª Bettina Rainer, Desiree Schorn, Mag.ª Maria Wesiak, Maria Gruber, MMag.ª Katharina Kurasch, Lilliane Pfaffeneder, Monika Willegger, Stefanie Korbuly, Dr.in Heike Habermann
Tirol (9): Dr.in Brigitte Berger, Dr. Kurt Büchlmann, Dr. Alexander Eisenmann, Sandra Kaufmann, Irene Klaus, Mag.ª Barbara Koch, Mag. Martin Moser, Lisa Steger, Mag.ª Sabine Teissl
Wien (8): Sonja Brauner, Major Johann Golob, Mag. Franz Karl Juraczka, Mag.ª Angelika Schäffer, Abteilungsinspektor Werner Schweiger, Gruppeninspektor Adolf Wagner, Manuela Beranek, MMag.Dr. Franz Stefan Pechmann

Neue hauptamtliche MitarbeiterInnen:
Sabine Bains, Sekretariat MMag.ª Dina Nachbaur, Kompetenzzentrum Opferhilfe Mag.ª Irene Goger-Harwald, Opfernotruf/Opferhilfe

Laufende interne Arbeitsgruppen:
AG Prozessbegleitung: Leitung Mag.ª Susanne Schubert-Lustig AG Psychologie: Leitung Mag.ª Susanne Schubert-Lustig AGÖffentlichkeitsarbeit, Werbung und interne Kommunikationt: Leitung Heimo Godler AG Schulung: Leitung MMag.ª Dina Nachbaur

Interne Schulungen
Neben den in den Landesleitungen durchgeführten Schulungen und Informationstreffen wurden 3 Einführungsseminare "Opferhilfe 1" für neue MitarbeiterInnen aus ganzÖsterreich durchgeführt:
04./05.04.2008 in Zeillern/Nö
25./26.04.2008 in Leoben/Stmk
30./31.05.2008 in Innsbruck/Tirol

Darüber hinaus fanden Schulungen zur Prozessbegleitung statt:
18./19.04.2008 in Wels/Oö
12./13.09.2008 in Graz/Stmk

Interne Schulungen für das Opfernotruf 0800 112 112 - Team
In zweimonatigen Intervallen wurden Meetings und Schulungsnachmittage für alle Opfernotruf-MitarbeiterInnen mit Supervision und/oder Fachschulungen am 17.1., 13.3., 15.5., 10.7., 11.9. und 20.11.2008 abgehalten. Am 14.11.2008 fand eine ganztägige Schulung zum Thema "Umgang mit traumatisierten Menschen in der Telefonberatung" statt.

Telefonberatungshandbuch Opfernotruf 0800 112 112
Es wurden ein Telefonberatungshandbuch mit wichtigen rechtlichen und psychosozialen Informationen und ein Organisationshandbuch erstellt. Die vorliegende Adressdatenbank mit 300 Adressen von Opferhilfeeinrichtungen und anderen Institutionen wurde kontrolliert und aktualisiert. Der den statistischen Auswertungen der Anrufe zugrund liegende Dokumentationsbogen wurdeÜberarbeitet und erweitert.

Mitglieder und SpendenzahlerInnen
Per 01.01.2008 zählte der Weisse Ring 1.110 Mitglieder und Spender, die die Arbeit des Weissen Rings nicht nur finanziell, sondern auch ideell unterstützen, per 31.12.2008 bereits 1.148 (27.11.2008) Mitglieder und Spender. Förderer und Freunde, die nicht Mitglieder sind, leisten regelmäßige Spendenzahlungen.

Ehrungen

14.3.2008: Wien - Die Bundesministerin für Justiz, Dr. Maria Berger,Überreicht HonProf.Dr.Udo Jesionek das Große Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die RepublikÖsterreich.

06.05.2008: Salzburg/Landespolizeikommando - Ehrung von 13 ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Weissen Ringes aus der Exekutive aus Salzburg und Oberösterreich durch den Bundesminister für Inneres, Günther Platter. Den MitarbeiterInnen wurde das Bundesehrenzeichen der RepublikÖsterreichÜbergeben.

20.08.2008: Graz - Auszeichnung von 8 MitarbeiterInnen des Weissen Ringes aus der Steiermark und Kärnten durch die Bundesministerin für Inneres, Dr. Maria Fekter, mit dem Bundesehrenzeichen der RepublikÖsterreich.

05.09.2008: Wien - Auszeichnung von 12 MitarbeiterInnen des Weissen Ringes aus Wien, Niederösterreich und Burgenland durch die Bundesministerin für Inneres, Dr. Maria Fekter, mit dem Bundesehrenzeichen der Republik Österreich.

Die Bundespolizeidirektion Wien und das Bundesministerium für Inneres selbst haben MitarbeiterInnen der Exekutive für ihre Arbeit für Opfer geehrt;
01.12.2008 Wien, BPD Wien (Teilnahme HonProf.Dr.UdoJesionek)
02.12.2008 Wien, Verleihung des Sicherheitsverdienstpreises an die Wiener "Opferbeauftragten" Golob, Wagner und Schweiger (Laudatio HonProf.Dr.Udo Jesionek).

Internationale Beziehungen

22.2.2008, Budapest - Tagung des ungarischen Justizministeriums zum Thema Opferrechte (Mag.ª Marianne Gammer: Opferhilfe inÖsterreich, Victim Support Europe)

22.02.2008, Polen - Tagung polnischer Opferhilfeorganisationen ( Univ.-Ass.Dr.in Karin Bruckmüller im Auftrag des BMJ entsandt).

28.-31.05.2008, Belgrad - Victim Support Europe (vormals European Forum for Victim Services) Konferenz und Generalversammlung, Teilnahme von Frau Mag.ª Marianne Gammer, Leitung eines WorkshopsÜber "Notrufe" durch Mag.ª Marianne Gammer
Themen für die Zukunft: Initiative, das Thema Opferschutz und -hilfe in das nächste 5-Jahresprogramm der EU einzubringen, Überarbeitung des Rahmenbeschlusses des Rates zur Stellung des Opfers im Strafverfahren vom 15.3.2001. 2 neue Mitglieder von Victim Support Europe: Interregional Human Rights Public Association Soprotivlenie (Russische Föderation) und Victim Support Northern Ireland. "VinE - Victims in Europe": Der Weisse Ring ist Partner im von der Europäischen Kommission co-finanzierten Projekt "VinE" (Leitung: APAV, Portugal und Victim Support Europe), das in Kooperation mit der Universität Tilburg eine Evaluierung der Umsetzung des Rahmenbeschlusses des Rates vom 15.3.2001 zur Stellung des Opfers im Strafverfahren durchführt.

Der Weisse Ring ist im Vorstand von Victim Support Europe mit Mag.ª Marianne Gammer als Kassierin seit 6 Jahren vertreten (Sitzungen im Februar und Mai 2008 in Belgrad, September 2008 in Amsterdam und November 2008 in Lissabon, dem Veranstaltungsort der Konferenz von Victim Support Europe 2009).

17.11.2008: Brüssel - Expert's Meeting der Europäischen Union zur Überarbeitung des Rahmenbeschlusses des Rates zur Stellung des Opfers im Strafverfahren vom 15.3.2001, Teilnahme Univ.-Ass.Dr.in Lyane Sautner

Kooperationen

Im Jahr 2008 wurden die in den Vorjahren initiierten Kooperationen fortgesetzt und vor allem im Bereich der Opferhilfe die Zusammenarbeit mit anderen, nichtstaatlichen Opferhilfeeinrichtungen verstärkt.

Der Weisse Ring ist in Begutachtungsverfahren bei Gesetzesentwürfen des Bundsministeriums für Inneres, des Bundesministeriums für Justiz und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz eingebunden, soweit diese Opferinteressen betreffen.

Der Weisse Ring ist in der "Interministeriellen Arbeitsgruppe Prozessbegleitung" vertreten, gemeinsam mit VertreterInnen der Bundesministerien für Inneres, Justiz sowie Soziales und Konsumentenschutz und zahlreichen VertreterInnen von Einrichtungen, die inÖsterreich Prozessbegleitung für Straftatopfer durchführen. Aufgabe der Arbeitsgruppe ist es, Prozessbegleitung inÖsterreich weiterzuentwickeln und die Qualität zu sichern.

Der Weisse Ring ist Mitglied der "Plattform Prozessbegleitung", ein Zusammenschluss von Organisationen, die Prozessbegleitung für Opfer von Straftaten durchführen. Ziel der Plattform sind fachlicher Austausch, Koordination der Organisationen und Weiterentwicklung der Prozessbegleitung.

Das Bundesministerium für Inneres arbeitet mit dem Weissen Ring im Bereich der Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Weissen Rings aber auch im Bereich der Ausbildung der TrainerInnen der Exekutive (s. auch Projekte/Forschungsgesellschaft) zusammen. I

m Bereich des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz arbeitet der Weisse Ring vor allem mit dem Bundessozialamt, das für die Umsetzung des Verbrechensopfergesetzes (VOG) zuständig ist, eng zusammen. Rasche und unbürokratische Hilfe in Form von Vorfinanzierungen von Leistungen bietet der Weisse Ring oft in jenen Fällen, wo Ansprüche aus Leistungen nach dem VOG bestehen, diese jedoch nur verzögert ausbezahlt werden können: der Weisse Ring gewährt beispielsweise immer wieder zinsenlose Darlehen und ermöglicht so, dass die oft so dringend notwendigen Therapien rasch begonnen werden können.

Die Kooperation mit anderen Opferhilfe- und Opferschutzeinrichtungen wurde weiter intensiviert: Mit den Gewaltschutzzentren/Interventionsstellen, mit Beratungs- und Betreuungseinrichtungen von sexuell mißbrauchten Kindern und Jugendlichen wie beispielsweise den Kinder- und Jugendanwaltschaften, "Tamar" und "Die Möwe" sowie mit Frauenberatungsstellen.

Mit dem Notfallpsychologischen DienstÖsterreich arbeitet der Weisse Ring vor allem dann zusammen, wenn Krisenintervention sofort vor Ort benötigt wird (z.B. nach Überfällen auf Geschäfte).

2008 fanden mehrere Vernetzungstreffen von Opfernotruf-MitarbeiterInnen mit MitarbeiterInnenn anderer Opferhilfeeinrichtungen statt. Am 11.9.2008 präsentierten Vertreterinnen der Interventionsstelle Wien ihre Arbeit, ebenfalls im September fand ein Treffen mit MitarbeiterInnen des Niederösterreichischen Sorgentelefons und der Beratungsstelle der "Frauenhelpline" statt. Im Juli 2008 wurde der Opfernotruf im Rahmen eines Workshops bei der Wiener Männerberatung präsentiert.

Der Opfernotruf lieferte Daten für die Studie: "Gewalt an Frauen während, vor und nach der EURO", erstellt von AöF - Verein AutonomeÖsterreichische Frauenhäuser / Informationsstelle gegen Gewalt für das Bundeskanzleramt, Frauenreferat, und arbeitet laufend an der Arbeitsgruppe "Hilfe bei Gewalt anÄlteren Frauen" initiiert vom Frauennotruf der Stadt Wien (in der Arbeitsgruppe vertreten sind u.a. folgende Organisationen: Frauenhäuser Wien, Rotes Kreuz, PSD, Interventionsstelle Wien, Fonds Soziales Wien,…) mit.

öffentlichkeitsarbeit/Werbung/Marketing

Nach der Opfernotruf 0800 112 112-Plakatkampagne in Wien und Linz und Hörfunkspots um den Jahreswechsel 2007/2008, standen im Mittelpunkt der Werbeaktivitäten 2008 für den Opfernotruf Mailings an alle Bürgermeister und alle praktischenÄrzte inÖsterreich mit InformationsmaterialÜber den Opfernotruf. Darüber hinaus wurde im September/Oktober 2008 in Wien eine Kampagne auf den Infoscreens in denÖffentlichen Verkehrsmitteln und deren Stationen umgesetzt. Im Dezember erfolgte in Salzburg eine Plakatkampagne mit den Sujets aus 2007.

Auf der Homepage www.opfernotruf.at wurden die "Rechtlichen Informationen" der neuen Strafprozessordnung angepasst. Im Sommer 2008 erfolgte die Einrichtung eines Pressecorners mit Presseinformationen und Informationsmaterialien. Weiters wurden die Adressen und Links zu den Opferhilfeeinrichtungen laufend gewartet und aktualisiert sowie die bekannten Verlinkungen von Fremdhomepages zu www.opfernotruf.at auf ihre Angaben kontrolliert und die Betreiber dieser Homepages gegebenenfalls um Korrektur gebeten.

Die Werbeagenturen Young & Rubicam und Wunderman unterstützen den Weissen Ring seit 2006 unentgeltlich. Nach der groß angelegten Werbekampagne "Jeder kann Opfer werden. Niemand muss es bleiben." unterstützten die Agentur Young & Rubicam in Kooperation mit Wunderman auch 2008 laufend durch kostenlose Leistungen wie die Konzeption der Drucksorten, der neuen Folder "Weisser Ring" und "Prozessbegleitung". Darüber hinaus leistete Young & Rubicam wertvolle unentgeltliche Beiträge bei der Bewerbung des Opfernotrufes 0800 112 112. Die PR-Agentur Ecker & Partner unterstützt seit September 2006 kostenlos den Weissen Ring in allen Belangen derÖffentlichkeitsarbeit.

Die Homepages www.opfernotruf.at und www.weisser-ring.at werden laufend aktualisiert und bieten die wichtigsten InformationenÜber den Wirkungsbereich des Weissen Rings und des Opfernotrufes 0800 112 112.

Die Zeitung "Weisser Ring" wurde im Mai 2008 (Ausgabe 1/2008) und im Dezember 2008 (Ausgabe 2/2008) an alle Mitglieder, an Spender, Sponsoren sowie an Freunde des Weissen Ringes versandt. Die Zeitung erschien zudem dank des Bundesministeriums für Inneres.

Lexis Nexis stellt dem Weissen Ring eine ganze Reihe von Gratisabonnements zur Verfügung (ua Kodizes Strafrecht, Zivilrecht, Bürgerliches Recht u.v.m.).

Dank an alle Mitglieder, Spender, Freunde und Sponsoren

Bausparkasse Wüstenrot * Die Bekannten * ComneX Commercial Internet Business * Commercialbank * Das Taxi 40100 * Dicom * Ecker & Partner * Forum Bauernhof * Freimaurerlogen * Genböck * Gerin Druck * Kulturimplus Linz * Malereibetrieb Michael Großbötzl * Hartjes * Herold * Hilton Vienna * Hotel Marriott Wien Parkring * Inner Wheel Club Wien West * Justizanstalt Wien Simmering * Justizanstalt Wels - Gefangenen-unterstützungsverein * Kommunalkredit * Landespolizeiorchester Oberösterreich * Lexis Nexis * Licht ins Dunkel * Lions Club Kürnberg * Lions Club Wörthersee * MA 49 Bundesforstamt * Medtronic* Mercure Hotels * U. Mörtl * Musikkorps der bayrischen Polizei * OeBV - Oesterreichische Beamtenversicherung *Österreichisches Patentamt * Orange * Rewe (Billa, Bipa, Merkur, Penny) * 4910 Die Rieder Wirte * Rieder Messe GmbH * Rotary Club Telfs/Seefeld * Rudas EDV-Beratung * Summerstage Wien * Team mit Herz Linz * Wiener Fachgruppe für Beförderungsgewerbe * WSK - Bank * Wunderman * xS+S Software und Systeme * Young & Rubicam * Klaus Zell

Neben den Förderungen des Bundesministeriums für Justiz für Prozessbegleitung, Opfernotruf und Kompetenzzentrum 2008 erhielt der Weisse Ring 2008Öffentliche Förderungen seitens der Bundesländer Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark und Wien.

Spendengütesiegel 05253: Der Weisse Ring hat die Verlängerung des Spendengütesiegels auf Basis des Rechnungsjahres 2007 beantragt und von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder bis 30.09.2009 verliehen bekommen. Mit der Auszeichnung des Spendengütesiegels wurde dem Weissen Ring der widmungsgemäße und wirtschaftliche Umgang mit Spendengeldern und eine vorbildliche Spendenverwaltung bescheinigt.


2007

Weisser Ring Opferhilfe

2007 habenÜber 4.000 Opfer den Weissen Ring kontaktiert. In circa 25 % der Kontakte hat der Weisse RingÜber die erste Beratung hinaus betreut: das sind 1.103 Opfer, die 2007 vom Weissen Ring umfassend betreut wurden. Die Zahl der Opfer, die sich 2007 an den Weissen Ring gewandt haben, gegenüber 2006 um 146, das sind 15%, gestiegen. In 513 Fällen, in denen der Kontakt mit dem Weissen Ring bereits in den Jahren davor entstand, wurde die Betreuung fortgesetzt.

Hinsichtlich der Art der Delikte betreute der Weisse Ring vorrangig Opfer von Körperverletzungen (30 %), von Raub/räuberischem Diebstahl (24 %) und sowie Opfer von Sexualdelikten (19 %). Die Betreuung der letztgenannten Opfergruppe erfolgte, wie auch die Betreuung von Opfern häuslicher Gewalt, in Kooperation mit anderen Organisationen.

2007 hat der Weisse Ring in 332 Fällen Prozessbegleitung begonnen und in 325 Fällen Prozessbegleitung abgerechnet. Für Prozessbegleitungen wurdenÜber EUR 180.000,- (ohne Administrationskosten) aufgewendet.

Opfernotruf 0800 112 112

Ab 1. Juli 2007Übernahm der Weisser Ring im Auftrag des Bundesministerium für Justiz den Betrieb des Notrufes für Opfer unter der für AnruferInnen kostenfreien Rufnummer 0800 112 112, 24 Stunden täglich, an 365 Tagen im Jahr. Informationen bietet der Opfernotruf darüber hinaus auf der Homepage www.opfer-notruf.at undÜber die E-Mail-Adresse opfernotruf@weisser-ring.at.

Ein Team von 12 PsychologInnen und RechtsanwältInnen mit langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Opfern wurde zusammengestellt.

Der Opfernotruf ist zentrale Anlaufstelle für alle Belange, die Opfer - unmittelbar und mittelbar - betreffen oder betreffen könnten. Die Leistungen umfassen die emotionale Unterstützung von Menschen, die unmittelbar oder mittelbar von einer Straftat betroffen sind, telefonische Krisenintervention, Information und auf Wunsch auch Vermittlung an Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, Information und BeratungÜber Opferrechte, etc.

Vom 01.07. - 31.12.2007 hat der Opfernotruf 5.562 telefonische Gespräche durchgeführt. Im Schnitt werden täglich ca. 30 Gespräche gezählt, pro Monat gibt es mehrere Spitzentage mit 50-70 Gesprächen. Ca. zwei Drittel der Anrufer sind Frauen, ein Drittel Männer. 66% sind selbst Opfer, ca. 14 % sind Angehörige von Opfern. Körperverletzung und Stalking sind die Delikte, die am häufigsten genannt werden.

Im Jahr 2007 hat der Weisse Ring für die beiden Bereiche Opferhilfe und Opfernotruf 0800 112 112Über EUR 720.000,- an finanziellen Mitteln aufgewendet.

Projekte und Initiativen des Weissen Ringes

Forderungskatalog Weisser Ring 2007

Zentrale Punkte, die der Weisse Ring im Hinblick auf die Verbesserung der Opferrechte 2007 gefordert hat, sind:

Besonderes Augenmerk wird der Weisse Ring aber auch auf die künftige Ausgestaltung des strafprozessualen Haupt- und Rechtsmittelverfahrens und die Wahrung der Opferrechte in diesem Bereich legen.

Weisser RingÖsterreich - Ausbau zum "Kompetenzzentrum Opferhilfe"

Am 03.01.2007 hat der Weisse Ring auf Einladung des Bundesministeriums für Justiz ein Konzept zur Verbesserung der Organisation und Vernetzung der Opferhilfe inÖsterreich unterbreitet, das die Einrichtung eines "Kompetenzzentrums Opferhilfe" inÖsterreich vorsieht und das auch im Regierungsprogramm der XXIII. Gesetzgebungsperiode verankert ist. Zentraler Kern des "Kompetenzzentrums Opferhilfe" ist der "Opfernotruf 0800 112 112", der ab 01.07.2007 vom Weissen RingÜbernommen wurde.

Stadt Wien - Projekt "Opferhilfe für Seniorinnen im 10.Wiener Gemeindebezirk"

Auf Einladung der MA 57 (Frauenförderung der Stadt Wien) hat der Weisse Ring noch für das Jahr 2007 ein Projekt eingereicht, das zum Ziel hatte, Seniorinnen, die Verbechensopfer im 10.Wiener Gemeindebezirk wurden, sofort zu unterstützen. In das Projekt waren Polizei, Bezirksvorstehung, Kriminalpolizeilicher Beratungsdienst, Fonds Soziales Wien und weitere Beratungsstellen eingebunden. Vom 12.11.2007, 8:00 Uhr bis 11.12.2007, 8:00 Uhr stand ein vom Weissen Ring gebildetes Soforthilfeteam zur Betreuung von Seniorinnen ab 60 Jahren, die Opfer einer Straftat wurden (ausgenommen Opfer von Gewalt in der Familie), zur Verfügung. Die Hilfe wurde von der PolizeiÜber eine eigene Telefonleitung aktiviert. Das Projekt wurde vom Institut für Konfliktforschung evaluiert. Auf Basis der Ergebnisse wird der Weisse Ring 2008 ein Modell zur Betreuung vonÄlteren Menschen, die Opfer einer Straftat wurden, unterbreiten.

Weiterentwicklung Prozessbegleitung

Die Weiterentwicklung der Prozessbegleitung inÖsterreich ist zum einen Gegenstand von Weisser Ring-internen Arbeitsprozessen (Arbeitsgruppe Prozessbegleitung), zum anderen auch Thema lokaler bzw.Österreich weiter Gremien, in denen der Weisse Ring vertreten ist. Der Weisse Ring arbeitet federführend gemeinsam mit Lichtblick/Wiener Neustadt und dem Vorarlberger Institut für Sozialdienste an Standards, am Anforderungsprofil und an Qualifikationskriterien für Prozessbegleitung für Opfer situativer Gewalt.

Arbeitsgruppe Gewaltschutz, eingerichtet vom Bundesministerium für Justiz

Gemeinsam mit andern Opferhilfeeinrichtungen arbeitet der Weisse Ring an notwendigenÄnderungen in den Bereichen Strafrecht, Zivilrecht, Exekutionsrecht, Pflegschaftsrecht und Sozialrecht. Die Arbeitsgruppe wird 2008 fortgesetzt.

Projekt 2006/2007 - EUR 10.000,- für Therapien für Kinder und Frauen, gesponsort von der "Association Femmes d'Europe", einer in Brüssel angesiedelten Frauenorganisation, die auf internationaler Ebene Entwicklungs- und Sozialprojekte fördert. Das Projekt wurde mit dem Bericht am 15.3.2007 abgeschlossen.

In Kooperation mit dem Weissen Ring und dem Notfallpsychologischen DienstÖsterreich hat erstmals die VAV-Versicherung ein Angebot zur psychologischen Betreuung für Diebstahls-, und Einbruchsopfer ausgearbeitet und in die Versicherungsleistungen eingebunden.

Langfristige Unterstützung von Kindern: 87 Kinder, die selbst Opfer eines Verbrechens wurden oder die durch ein Verbrechen ihre Eltern verloren haben, wurden in das Unterstützungsprogramm 2007 aufgenommen. In seiner langjährigen Arbeit hat der Weisse Ring festgestellt, dass diese Kinder oft an oder unter der Armutsgrenze aufwachsen und daher ein befristetes Betreuungsprogramm nicht ausreichend sein kann. Im Zuge der Weihnachtsaktion werden die Kinder finanziell unterstützt und es werden allenfalls nötige weitere betreuende Maßnahmen gesetzt.

Therapieprojekt für Kinder und Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, und deren Familienangehörige

The Baxter International Foundation, eingerichtet zur Förderung von sozialen Projekten weltweit, unterstützt seit Oktober 2004 ein Projekt des Weissen Rings inÖsterreich für Kinder und Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, und deren Familienangehörige. Ein Budget von US$ 36.600,- wurde für Krisenintervention und Therapien bereitgestellt.

Externe Aus- und Weiterbildung

2007 führte der Weisse Ring/die Weisser Ring Forschungsgesellschaft Schulungen, Seminare und und Informationsveranstaltungen für VertreterInnen der Polizei, der Justiz, der Anwaltschaft und anderer Institutionen durch. Diese Veranstaltungen werden häufig gemeinsam mit VertreterInnen von Opferhilfeeinrichtungen wie Kinderschutzzentren, Gewaltschutzzentren/Interventionsstellen, etc. durchgeführt. Insgesamt wurden 9 Vorträge, ein dreitägiges Seminar und zehn eintägige Seminare abgehalten.

12. bis 14.06.2007: Wien - 3-tägiges Seminar "Opferrechte" in Kooperation mit der Sicherheitsakademie des Bundesministeriums für Inneres

04. und 10.10.2007: St. Pölten - Fortbildung für AmtsvormünderInnen in Niederösterreich. An beiden Tagen referierten ganztägig HonProf. Dr. Jesionek und Dr. Walter vom Weissen Ring gemeinsam mit VertreterInnen von Kinderschutzeinrichtungen.

09. und 23.11.2007: Wien - "Opferschutz und Gewaltschutz", Schulung für RichteramtsanwärterInnen des OLG-Sprengels Wien

"Die Gesamtreform derÖsterreichischen Strafprozessordnung" - Eintägige Fortbildungsseminare für RechtsanwältInnen in Kooperation mit der Anwaltsakademie. Präsident HonProf.Dr. Jesionek referierte zum Schwerpunktthema "Opferrechte", sechs Termine

Fachtagungen

Mitarbeiter des Weissen Ringes haben 2007 an 18 Fachtagungen teilgenommen und die Arbeit des Weissen Ringes präsentiert. Darunter waren folgende Veranstaltungen:

27.02.2007: Wien - Symposium "Opferrechte im Strafprozess und europäische Standards" - Bundesministerium für Justiz und Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte

13.03.2007: Wien - Präsentation des CEDAW-Berichts (UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau) auf Einladung der Nationalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer

26.04.2007: Gmünd - Fachtagung "Sexueller Mißbrauch - bei uns doch nicht!", veranstaltet von "Kidsnest" - "Die Begleitung des Missbrauchsopfers durch das Strafverfahren"

02.05.2007: Wien - Enquête "10 Jahre Gewaltschutzgesetz" im Bundesministerium für Justiz - Eröffnung durch die Bundesministerin für Justiz, Dr. Maria Berger, den Bundesminister für Inneres, Günther Platter, die Bundesministerin für Frauen, Medien undÖffentlicher Dienst, Doris Bures und den Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz, Dr. Erwin Buchinger.

22.05.2007: Wien - "10 Jahre Gewaltschutzgesetz. Wiener Meilenstein im Opferschutz", veranstaltet von der MA 57 (Frauenförderung der Stadt Wien). Podiumsdiskussion: Bei der am Nachmittag stattgefundenen Ausstellung "Sicherheitsmeile" im Museumsquartier war der Weisse Ring mit einem Stand vertreten.

25.09.2007: Traiskirchen - "Koordiniertes Vorgehen gegen häusliche Gewalt" (CAADA) / Fachtagung: "Cardiff-Projekt" / Modell zur Risikoeinschätzung und Gewaltprävention bei besonders gefährdeten Opfern

Struktur und interne Organisation

Mitglieder und SpendenzahlerInnen

Per 01.01.2007 zählte der Weisse Ring 844 Mitglieder und Spender, die die Arbeit des Weissen Rings nicht nur finanziell, sondern auch ideell unterstützen, per 31.12.2007 bereits 1.110 Mitglieder und Spender. Förderer und Freunde, die nicht Mitglieder sind, leisten regelmäßige Spendenzahlungen.

2007 erhielt der Weisse Ring das Spendengütesiegel bis 30.09.2008 (Basis Rechnungsjahr 2006)

2007 berief der Weisse Ring zwei Generalversammlungen ein, am 15.06.2007 in Graz und am 05.11.2007 in Wien.

Neue Vorstandsmitglieder

Aufgrund des Ausscheidens von Dr. Albin Dearing und Dr. Oliver Scheiber aus dem Vorstand hat die Generalversammlung vom 15.06.2007 in Graz folgende Mitglieder in den Vorstand gewählt:

Die Generalversammlung vom 05.11.2007 hat KR Dkfm.Dr. Johann Hauf in den Vorstand gewählt. I

m Jahr 2007 trat der Vorstand zu 5 Sitzungen zusammen, eine Klausurtagung wurde am 16.06.2007 in Graz abgehalten. Das Exekutivkomitee, bestehend aus mindestens 3 Vorstandsmitgliedern, trat zu 7 Arbeitssitzungen zusammen.

Neubestellungen in den Landesleitungen

Kärnten: Landesleiterin-Stellvertreterin Mag. Mariella Kraytcheva, Psychotherapeutin

Oberösterreich

Landesleiter-Stellvertreter, Rechtsanwalt Dr. Walter Hasibeder scheidet nach langjähriger Tätigkeit aus. Die Generalversammlung vom 05.11.2007 spricht Herrn Dr. Hasibeder seinen Dank und seine Anerkennung aus.

Landesleiter-Stellvertreter in Oberösterreich

Manfred Armbruckner (Leiter der Außenstelle Wels), Wels

Rechtsanwalt Dr. Helmut Blum, Linz

Landesleiter-Stellvertreter in Salzburg: Kurt Möschl (Leiter Außenstelle Pinzgau), Zell am See

Landesleiter-Stellvertreter in Wien: Wolfgang Haupt

53 neue ehrenamtliche MitarbeiterInnen 2007

Kärnten: Mag. Zsuzsanna Eröss-Pilz, Sabine Göschl, Kerin Anne Piereder-Crane, Petra Streitberger

Niederösterreich: Rosemarie Christalon, Maria Dirr, Mag. Susanne Elfriede Egger, Christine Korschinsky, Johann Solar, Ulrike Thomson, Heidelinde Weinkirn

Oberösterreich: Dr. Brigitta Braunsberger-Lechner, Dr. Susanne Gahler, Dr. Reinhard Gsölpointner, Hannelore Houdek, ElisabethÖller, WolfgangÖller, Dr. Kurt Reitsamer, Anneliese Schink, Sabine Schnabl, Silvia Schnallinger, Günther Wagner, Dr. Walter Winkler

Salzburg: Ortwin Lamprecht

Steiermark: Mag. Michaela Höfer, Heimo Hübler, Mag. Karin Leitner, Tamara Mückenröder, Andrea Rainer, Mag. Werner Seifried, Mag. Astrid Seitweger, Mag. Matthias Strampfer, Andreas Weiland, Mag. Tanja Wernsdorf

Tirol: Michael Allinger, Dr. Manfred Deiser, Dr. Oswald Hosny, Mag. Sylvia Riedmann, Carmen Sigmund, Mag. Karin Swidrak, Dr. Nicolaus Pomaroli, Stefanie Tiefenbacher, Mag. Andreas Ullmann

Vorarlberg: Dr. Anita Einsle

Wien: Mag. Franz Galla, Wolfgang Haupt, Mag. Helga Leopold, Mag. Verena Musil, Mag. Martina Pichler, Mag. Susanne Schubert-Lustig, Dr. Stefan Siegwart, Lea Spiegl-Skopik, Mag. Renate Windbacher

Eröffnung weiterer Außenstellen 2007

Außenstelle Graz/Graz-Umgebung am 18.01.2007

Außenstelle Steyr/Steyr-Land am 08.11.2007

Interne Schulungen

Neben in den Landesleitungen durchgeführten Schulungen und Informationstreffen wurden 2 Einführungsseminare für neue MitarbeiterInnen aus ganzÖsterreich durchgeführt.

Internationale Beziehungen

Kooperation mit den Weisser Ring-Organisationen in Deutschland, der Schweiz, Tschechien undÖsterreich - Arbeitstreffen am 02.05.2007 in Wien - Schwerpunkt: Jüngste Entwicklungen der Opferrechte in den 4 Ländern.

Victim Support Europe (vormals European Forum for Victim Services) 23.-27.05.2007 Jahreskonferenz und Generalverammlung in Siofok/Ungarn

Der Weisse Ring ist im Vorstand von Victim Support Europe seit 5 Jahren vertreten.

Kooperationen

Im Jahr 2007 wurden die in den Vorjahren initiierten Kooperationen fortgesetzt und vor allem im Bereich der Opferhilfe die Zusammenarbeit mit anderen, nichtstaatlichen Opferhilfeeinrichtungen verstärkt.

Der Weisse Ring ist in Begutachtungsverfahren bei Gesetzesentwürfen des Bundsministeriums für Inneres, des Bundesministeriums für Justiz und des Bundesministeriums für Soziales und Konsumentenschutz eingebunden, soweit diese Opferinteressen betreffen.

Der Weisse Ring ist in der "Interministeriellen Arbeitsgruppe Prozessbegleitung" vertreten, gemeinsam mit VertreterInnen der Bundesministerien für Inneres, Justiz sowie Soziales und Konsumentenschutz und zahlreichen VertreterInnen von Einrichtungen, die inÖsterreich Prozessbegleitung für Straftatopfer durchführen. Aufgabe der Arbeitsgruppe ist es, Prozessbegleitung inÖsterreich weiterzuentwickeln und die Qualität zu sichern.

Der Weisse Ring ist Mitglied der "Plattform Prozessbegleitung", eines Zusammenschlusses von Organisationen, die Prozessbegleitung für Opfer von Straftaten durchführen. Ziel der Plattform ist fachlicher Austausch, Koordination der Organisationen und Weiterentwicklung der Prozessbegleitung.

Das Bundesministerium für Inneres arbeitet mit dem Weissen Ring im Bereich der Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Weissen Rings, aber auch im Bereich der Ausbildung der TrainerInnen der Exekutive zusammen.

Im Bereich des Bundesministerium für Soziales und Konsumentenschutz arbeitet der Weisse Ring vor allem mit dem Bundessozialamtes, das für die Umsetzung des Verbrechensopfergesetzes (VOG) zuständig ist, eng zusammen. Rasche und unbürokratische Hilfe in Form von Vorfinanzierungen von Leistungen bietet der Weisse Ring oft in jenen Fällen, wo Ansprüche aus Leistungen nach dem VOG bestehen, diese jedoch nur verzögert ausbezahlt werden können.

Die Kooperation mit anderen Opferhilfe- und Opferschutzeinrichtungen wurde weiter intensiviert: Mit den Gewaltschutzzentren/Interventionsstellen, mit Beratungs- und Betreuungseinrichtungen von sexuell mißbrauchten Kindern und Jugendlichen, wie beispielsweise den Kinder- und Jugendanwaltschaften, "Tamar" und "Die Möwe" sowie mit Frauenberatungsstellen.

Mit dem Notfallpsychologischen DienstÖsterreich arbeitet der Weisse Ring vor allem dann zusammen, wenn Krisenintervention sofort vor Ort benötigt wird (z.B. nach Überfällen auf Geschäfte).

öffentlichkeitsarbeit/Werbung/Marketing

Die Werbeagenturen Young & Rubicam und Wunderman unterstützen den Weissen Ring unentgeltlich.

Nach der groß angelegten Werbekampagne "Jeder kann Opfer werden. Niemand muss es bleiben." unterstützen die Agentur Young & Rubicam in Kooperation mit Wunderman auch 2007 laufend durch kostenlose Leistungen wie die Konzeption der Drucksorten, des neuen Folders "Weisser Ring" sowie des Folders "Prozessbegleitung". Darüber hinaus leistete Young & Rubicam wertvolle unentgeltliche Beiträge bei der Bewerbung des Opfernotrufes 0800 112 112.

PR-Agentur Ecker & Partner unterstützt den Weissen Ring unentgeltlich.

Die PR-Agentur Ecker & Partner unterstützt seit September 2006 kostenlos den Weissen Ring in allen Belangen derÖffentlichkeitsarbeit.

Die Zeitung "Weisser Ring" wurde im Mai 2007 (Ausgabe 1/2007) und im November 2007 (Ausgabe 2/2007) an alle Mitglieder, an Spender, Sponsoren sowie an Freunde des Weissen Ringes versandt. Die Zeitung erschien zudem dank des Bundesministeriums für Inneres.

Lexis Nexis stellt dem Weissen Ring eine ganze Reihe von Gratisabonnements zur Verfügung (ua Kodizes Strafrecht, Zivilrecht, Bürgerliches Recht u.v.m.)

Veranstaltungen

19.01.2007: Wien - Pressekonferenz anlässlich Der Mann bäckt Weisse Ringe (Dauer der Marketingaktion: 6 Wochen) - die Spendenübergabe erfolgte am 06.03.2007 anlässlich eines Presse-Fototermins

25.02.2007: Wien - Benefiz-Theateraufführung des Ensemble Döbling/Herr Dr.Kovarnik (BMI): "Die 12 Geschworenen" im Straflandesgericht mit Buffet von Kim ("Kim kocht")

26.03.2007: Wien - Benefizkonzert von Raimund Lissy, Robert Brandstetter, Walter Rosenkranz im Großen Schwurgerichtssaal des Landesgerichts für Strafsachen, Reinerlös für den Weissen Ring

30.03.2007: Wien -Spendenübergabe Wiener Fachgruppe für die Beförderungsgewerbe mit PKW, KR Heinrich Frey (Obmann der Fachgruppe Personenbeförderung), Geschäftsführer der Fachgruppe: Herrn Dr. Andreas Curda und Rudolf Grobauer, Redakteur von "WB-Taxi"

24.-26.08.2007: Wien-Kahlenbergerdorf - Dorffest des Kahlenbergerdorfes - der Weisse Ring erhält wie bereits 2006 eine Spende aus der Benefizaktion

15.09.2007: Wien-Krieau - Licht ins Dunkel / Das Taxi 40100: Scheckübergabe in Wien-Krieau für Taxifahrer und ihre Familien, die Opfer einer Straftat wurden

Dank an alle Mitglieder, Spender, Freunde und Sponsoren des Weissen Ringes

Die Kinder-Weihnachtsaktion 2007 wurde unterstützt von:
Hartjes * Hotel Marriott Wien Parkring * Inner Wheel Club Wien West * Lions-Club Kürnberg * U. Mörtl *Österreichisches Patentamt * Sokrates Kulturverein * Das Taxi 40100

Weitere Sponsoren und Spender

Baxter International Foundation * Billa * R. Bugl EDV-Beratung * ComneX Commercial Internet Business * Das Taxi 40100 * Dicom * Roland Düringer (mit Austria 3d, Apcoa Austria * Copyshop * Kelly's * Orpheum *ÖBV * Raiffeisenbank Wien * Ströck * Water World Wassersportverein) * Farben der Hoffnung / Linzer Schulen * Ecker & Partner * Energie Steiermark * Ensemble Döbling/Dr.Wilfried Kovarnik * Femmes d'Europe * Flughafen Wien/Fundbüro * Freimaurerlogen * Freunde des Kahlenbergerdorfes * Herold * Humanitäre Vereinigung Kosmos * Kim kocht * Krav Maga Maor * Bank für Kärnten und Steiermark * Kulturverein Libertas Gemina * Lexis Nexis * Licht ins Dunkel * 10 Linzer Lions Clubs * Der Mann * Mercure * One * Rittal * Dr.Rosenkranz * Rotaract * Rudas EDV-Beratung * Soroptimist International * Sodexho Pass * Tetron * Wiener Fachgruppe für Beförderungsgewerbe * Wider die Gewalt * Wunderman * xS+S Software und Systeme (A. Haumer und M. Jékay) * Young & Rubicam


2006

2006 haben mehr als 3.500 Opfer den Weissen Ring kontaktiert, 960 Opfer wurden intensiv betreut. Damit ist die Zahl der Opfer, die sich 2006 an den Weissen Ring gewandt haben, gegenüber 2005 geringfügig gestiegen (in Wien: um 8%); allerdings wurden in 571 Fällen, in denen bereits in den Jahren davor mit dem Weissen Ring Kontakt aufgenommen wurde, die Betreuung fortgesetzt. Das sind um 126 Fälle mehr als im Jahr 2005.

Hinsichtlich Art der Delikte betreute der Weisse Ring vorrangig Opfer von Körperverletzungen (30%), von Raub/räuberischem Diebstahl (24%) und, meist in Kooperation mit anderen Organisationen, Opfer von Sexualdelikten (19%).

2006 hat der Weisse Ring ca. EUR 542.000,- an finanziellen Mitteln aufgewendet. 81,2% flossen in die Opferhilfe (inkl. Prozessbegleitung), 6,2% in die Opferhilfeentwicklung und 12,6% in Administration,Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising.

2006 setzte der Weisse Ring seine Lobbying-Aktivitäten zur Verbesserung der Opferrechte verstärkt fort. Einige Punkte unseres Forderungskatalogs wurden bereits von den im Parlament vertretenen Parteien in ihr jeweiliges Justizprogramm aufgenommen. Im Regierungsprogramm der XXIII. Gesetzgebungsperiode ist u.a. die Forderung, daß Schadenersatz und Opferhilfe Vorrang vor dem Vollzug von Geldstrafen haben, festgelegt.

Strafprozess-Reformgesetz, Prozessbegleitung und Therapieprojekte

Mit der StPO Novelle 2005 haben ab 1.1.2006 Opfer von Gewalt und Sexualdelikten und deren Angehörige wesentlich verbesserte Rechte, so zum Beispiel das Recht auf psychosoziale und anwaltliche Prozessbegleitung und das Recht auf Information, insbesondere im Hinblick auf den Verlauf des Verfahrens (s. "Die Rechte des Verbrechensopfers nach dem Strafprozess-Reformgesetz 2004 BGBl I 2004/19 und der StPO Novelle BGBl I 2005/119", ausgearbeitet von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek).

Allerdings sind noch wichtige prozessuale Anliegen offen, z.B. die Ausdehnung der schonenden abgesonderten Zeugeneinvernahme auf traumatisierte Opfer, die nicht Opfer von Sexualdelikten sind (insbesondere Opfer von Raub) oder die Absicherung der Opferrechte durch die Einräumung effektiver Rechtsmittel, etc.

Intensiv ausgebaut wurde die flächendeckende Prozessbegleitung: 2006 hat der Weisse Ring in 298 Fällen psychosoziale und/oder anwaltliche Prozessbegleitung begonnen, in 265 Fällen wurde die Prozessbegleitung abgeschlossen.Über 400 Prozessbegleitungen waren mit Jahresende 2006 im Laufen.

Das BMfJÜbernahm wie bereits in den Jahren davor die Kosten für Prozessbegleitung. In Einzelfällen, insbesondere in Fällen von Einbruch und Diebstahl besteht kein Anspruch auf Prozessbegleitung - in diesen FällenÜbernehmen ehrenamtliche MitarbeiterInnen des Weissen Ringes die Begleitung der Betroffenen zu Gericht oder aber sie wird vom Weissen Ring finanziert. Fördervertrag mit dem BMfJ: vom 1. Oktober 2005 - 30. September 2006 hat das BMfJ dem Weissen Ring einen Betrag von EUR 280.000,- für Prozessbegleitung zur Verfügung gestellt, der auch ausgeschöpft wurde; ab 1. Oktober 2005 werden durch das BMfJ auch Administrationskostenanteile abgedeckt.

Interministerielle Arbeitsgruppe für Prozessbegleitung: gemeinsam mit Lichtblick/Wr. Neustadt, dem Vorarlberger Institut für Sozialdienste und Neustart hat der Weisse Ring Standards, Qualitäts- und Qualifikationskriterien für Prozessbegleitung und Anforderungsprofile für ProzessbegleiterInnen für Opfer von Gewalt im sozialen Nahbereich und imÖffentlichen Raum ausgearbeitet und vorgelegt. Die Arbeit wird 2007 fortgesetzt. Zudem wurden Folder und Plakate "Prozessbegleitung" mit Unterstützung derÖsterreichischen Beamtenversicherung neu aufgelegt und an alle Landesgerichte inÖsterreich verteilt.

Mit 1.7.2006 trat das "Anti-Stalking"-Gesetz - der Weisse Ring war in den Entstehungsprozeß maßgeblich eingebunden - in Kraft. Mit § 107a StPO, "Beharrliche Verfolgung" ist Stalking nunmehr auch inÖsterreich ein Straftatbestand.

Im Erlaß des Bundesministerium für Inneres vom 8.3.2006 zur Pflicht der Polizei, OpferÜber Hilfsangebote zu belehren, ist der Weisse Ring als geeignete Opferschutzeinrichtung nach dem Sicherheitspolizeigesetz angeführt.

Der Weisse Ring und die Weisser Ring Forschungsgesellschaft führten Schulungen und Seminare für die für Opferbetreuung und -hilfe für die Berufsgruppen Polizei und Justiz durch bzw. wirkten an der Programmgestaltung und der Durchführung mit. Neben der StPO Novelle 2006 und der Novellierung des Verbrechensopfergesetzes 2005 war die Traumaproblematik jeweils Gegenstand der Seminarinhalte.

Einwöchige Seminare "Opfer einer Straftat" für TrainerInnen der Exekutive wurden gemeinsam mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte im Auftrag des BM.I. veranstaltet: 29. Mai - 2. Juni 2006, Sicherheitsakademie des BM für Inneres, Traiskirchen und 25. - 29. September 2006, Sicherheitsakademie des BM für Inneres, Traiskirchen.

Schulung der KontaktbeamtInnen des Weissen Ringes im Burgenland: Aus jedem Bezirkspolizeikommando nahmen VertreterInnen am Seminar "Verbrechensopfer" am 24. April 2006 in Oberpullendorf teil.

Im Rahmen einer Sitzung des Tiroler Landespolizeikommandos stellte Landesleiter Dr. Lucas Lorenz in Innsbruck am 14.6.2006 die Arbeit des Weissen Rings vor.

Im Rahmen der Grundausbildung von PolizeibeamtInnen referieren seit 2006 Experten des Weissen Rings Steiermark regelmäßigÜber Opferarbeit und Traumaproblematik.

In einer Sitzung der Bundeskriminalamt-Verhandlungsgruppen aus allen Bundesländern wurde im Herbst 2006 die Arbeit des Weissen Ringes vorgestellt.

Mit einer kurzfristigen stationären Intervention im Kur- und Gesundheitszentrum Knappenhof - 2 Wochen Aufenthalt und 10 Einzeltherapie-Einheiten - soll vor allem schwer traumatisierten Verbrechensopfern unmittelbar nach dem Ereignis geholfen werden. Kooperationspartner im Projekt sind die Raiffeisenbank und die BAWAG-PSK.

Langfristige Unterstützung von Kindern: 76 Kinder, die selbst Opfer eines Verbrechens wurden oder die durch ein Verbrechen ihre Eltern verloren haben, wurden in das Unterstützungsprogramm 2006 aufgenommen. In seiner langjährigen Arbeit hat der Weisse Ring festgestellt, daß diese Kinder oft an oder unter der Armutsgrenze aufwachsen und daher ein befristetes Betreuungsprogramm nicht ausreichend sein kann. Im Zuge der Weihnachtsaktion werden die Kinder finanziell unterstützt und es werden allenfalls nötige weitere betreuende Maßnahmen gesetzt.

Therapieprojekt für Kinder und Frauen, die Opfer von Gewalt wurden, und deren Familienangehörige: The Baxter International Foundation, eingerichtet zur Förderung von sozialen Projekten weltweit, unterstützt seit Oktober 2004 ein Projekt des Weissen Rings inÖsterreich für Kinder, deren Familienangehörige und Frauen, die Opfer einer Straftat geworden sind. Ein Budget von US$ 36.600,- wurde für Krisenintervention und Therapien bereitgestellt. In dieses Projekt wurden bis Ende 2006 insgesamt 32 Opfer von Straftaten aufgenommen - Fälle, in denen kein anderer Kostenträger für Psychotherapie und Krisenintervention gefunden werden konnte. Das Projekt wird 2007 abgeschlossen.

Die "Association Femmes d'Europe", eine in Brüssel angesiedelte Frauenorganisation, unterstützt auf internationaler Ebene Entwicklungs- und Sozialprojekte. Sie stellte ein Budget von EUR 10.000,- für das Jahr 2006 für Therapien für Kinder und Frauen zur Verfügung.

Das EU - Projekt W.E.S.T. (Women East Smuggling Trafficking): Im Rahmen des Projektes wird vom Weissen Ring inÖsterreich untersucht, aus welchen Ländern Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution kommen, auf welchen Wegen sie in bzw. durch verschiedene europäische Länder kommen und es werden Schulungsprogramme vor allem für die Exekutive ausgearbeitet, sodaß Menschenhandel besser erkannt und eingedämmt werden kann. Der Weisse Ring hat auch 2006 seine Vorstandsfunktion im European Forum for Victim Services wahrgenommen und an allen Vorstandssitzungen teilgenommen.

Struktur und Organisation

Der Vorstand trat 2006 zu 4 Sitzungen und einer Klausurtagung zusammen; das Exekutivkomitee, an dem mindestens 3 Vorstandsmitglieder teilnehmen, trat zu 7 Arbeitssitzungen zusammen. Per 31.12.2006 zählte der Weisse Ring 844 Mitglieder und Spender, die die Arbeit des Weissen Rings nicht nur finanziell, sondern auch ideell unterstützen. Förderer und Freunde, die nicht Mitglieder sind, leisten regelmäßige Spendenzahlungen.

Ende 2006 zählt der Weisse Ring mehr als 240 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Karl-Heinz GRUNDBöCK, Landesleiter von Niederösterreich, wurde 2006 in den Vorstand kooptiert (Fachbereich Aus- und Fortbildung) und der bisherige Landesleiter-Stellvertreter Leopold SCHWEIGER wurde zum Landesleiter von Niederösterreich bestellt, Erwin WEIDINGER und Dr. Ilse GRONDÜbernahmen die Stellvertretung.

Mag. Martin MEYERÜbernahm die Landesleiter-Stellvertretung in der Steiermark, Mag.Hanns GFöLLER in Tirol.

Neue ehrenamtliche MitarbeiterInnen in Kärnten: Mag. Robert DERHASCHNIG, Matthias SCHöFFMANN, Elke WRANK; in Niederösterreich: Dr. Johannes RIEDL, in Oberösterreich: Margarete KASTENHUBER, Annemarie LAMMER, Matthias MAYERHOFER, DSA Carmen SATTLER, Karin SCHEUTZ, Mag. Elisabeth VORMAYR; in Salzburg: Dr. Alexandra SCHWARZMAYR-LINDINGER, Dr. Michael TISCHLER; in der Steiermark: Dr. Marlies FOLGER, Astrid SPANNER, Evelyn SCHWARZ; in Tirol: Angelika EMBERGER, Trude GYSS, Mag. Carolin JUEN DE QUINTERO, Mag. Dieter MARKL; in Wien: Mag. Thomas BRANDHOFER, Haimo GODLER.

Frau Andrea KUNZ-LUEF ist seit Jänner 2006 hauptamtlich als Assistentin der Geschäftsleitung tätig. Sie löst Angelika BAUER ab.

Als 2. Rechnungsprüfer sowohl für Weisser Ring Opferhilfe als auch die Weisser Ring Forschungsgesellschaft konnte im Mai 2006 Herr Mag. Dr. Kurt Graf gewonnen werden.

Das Aus- und Weiterbildungsprogramm des Weissen Rings (sie wurde vom Bundesministerium für Inneres gefördert): Schwerpunkt der Schulungsprogramme war die interdisziplinäre Schulung von ExekutivbeamtInnen - ca. 1/3 aller ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Weissen Rings sind beruflich bei der Polizei oder Gendarmerie tätig - gemeinsam mit VertreterInnen anderer Berufsgruppen wie JuristInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen, MediatorInnen, etc. Die Seminare fanden am 28./29. April 2006 in Amstetten und am 20./21. Oktober 2006 in Bad Gleichenberg statt.

Der Weisse Ring hat für die Aus- und Weiterbildung intern 4 Schulungsmodule entwickelt: die Grundseminare "Opferhilfe" und "Gesprächsführung mit Opfern" sowie die Aufbauseminare "Opferhilfe" und "Prozessbegleitung".

Kooperationen

Im Jahr 2006 wurden die in den Vorjahren initiierten Kooperationen fortgesetzt und vor allem im Bereich der Opferhilfe die Zusammenarbeit mit anderen nichtstaatlichen Opferhilfe -einrichtungen verstärkt.

Der Weisse Ring ist in Begutachtungsverfahren bei Gesetzesentwürfen des BM für Inneres, des BM für Justiz und des BM für soziale Sicherheit und Generationen eingebunden, soweit diese Opferinteressen betreffen.

Der Weisse Ring ist in der "Interministeriellen Arbeitsgruppe Prozessbegleitung", in der VertreterInnen der Bundesministerien für Inneres, Justiz und soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz und zahlreicher VertreterInnen von Einrichtungen, die inÖsterreich Prozessbegleitung für Straftatopfer durchführen, vertreten. Aufgabe der Arbeitsgruppe ist es, Prozessbegleitung inÖsterreich weiterzuentwickeln und die Qualität zu sichern.

Der Weisse Ring ist Mitglied der "Plattform Prozessbegleitung", einem Zusammenschluß von Organisationen, die Prozessbegleitung für Opfer von Straftaten durchführen. Ziel der Plattform ist fachlicher Austausch, Koordination der Organisationen und Weiterentwicklung der Prozessbegleitung.

Das BM für Inneres arbeitet mit dem Weissen Ring im Bereich der Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Weissen Rings, aber auch im Bereich der Ausbildung der TrainerInnen der Exekutive, zusammen.

Das BM für Justiz beauftragte nunmehr seit 2000 den Weissen Ring mit der Durchführung von Prozessbegleitung.

Mit dem BM für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz arbeitet der Weisse Ring im Bereich des Bundessozialamtes eng zusammen, die für die Umsetzung des Verbrechensopfergesetzes (VOG) zuständig ist. Rasche und unbürokratische Hilfe in Form von Vorfinanzierungen von Leistungen bietet der Weisse Ring oft in jenen Fällen, wo Ansprüche aus Leistungen nach dem VOG bestehen, diese jedoch nur verzögert ausbezahlt werden können: der Weisse Ring gewährt beispielsweise immer wieder zinsenlose Darlehen und gewährleistet so, daß die oft so dringend notwendigen Therapien möglichst rasch begonnen werden können.

Die Kooperation mit anderen Opferhilfe- und Opferschutzeinrichtungen wurde 2006 intensiviert: mit den Interventionsstellen, mit Beratungs- und Betreuungseinrichtungen von sexuell mißbrauchten Kindern und Jugendlichen, wie beispielsweise die Kinder- und Jugendanwaltschaften, Interventionsstellen, "Tamar", "Die Möwe", Frauenberatungsstellen sowie Neustart Opferhilfe.

Mit der Notfallpsychologischen Hilfe arbeitet der Weisse Ring vor allem dann zusammen, wenn Krisenintervention, z.B. nachÜberfällen auf Geschäfte, sofort vor Ort benötigt wird.

öffentlichkeitsarbeit/Werbung/Marketing

Erstmals in seiner Geschichte konnte der Weisse RingÖsterreichweit dank der großzügigen Unterstützung der international tätigen Werbeagentur Young & Rubicam eine Werbekampagne durchführen. "Jeder Kann Opfer werden. Niemand muss es bleiben" und "Opfer brauchen unsere Hilfe" lauteten die Slogans. Ab August 2006 wurden in ganzÖsterreich 1.000 24-Bogen-Plakate, weitere 1.000 City-Lights, zahlreiche Werbeeinschaltungen in Printmedien und ein Fernsehspot gezeigt. Die groß angelegte Kampagne wurde zur Gänze von Young & Rubicam und Kooperationspartnern kostenlos zur Verfügung gestellt, ebenso sämtliche Schaltungen in TV- und Printmedien. Young & Rubicam betreut den Weissen Ring weiterhin unentgeltlich.

In Kooperation mit Young & Rubicam stellte die Agentur Wunderman das Büchlein "Sehen Sie Weihnachten mit anderen Augen" her, das via Mailing im Dezember 2006 an Mitglieder und Spender versendet wurde, um mehr Spenden für Opfer zu erzielen.

Die PR-Agentur Ecker & Partner unterstützt seit September 2006 kostenlos den Weissen Ring in allen Belangen derÖffentlichkeitsarbeit.

Niedermeyer und T-Mobile stellten dem Weissen Ring 160 Wertkartenhandys mit Klax-Gesprächsguthaben zur Verfügung. Die Handys werden an Verbrechensopfer ausgegeben.

Die Homepage www.weisser-ring.at wird laufend aktualisiert und bietet die wichtigsten InformationenÜber den Wirkungsbereich des Weissen Rings.

Die Zeitung "Weisser Ring" erschien dank des Bundesministeriums für Inneres und wurde im Mai 2006 (Ausgabe 1/2006) und im November 2006 (Ausgabe 2/2006) an alle Mitglieder, an Spender, Sponsoren sowie an Freunde des Weissen Ringes versandt.

"Danke schön!"

an alle Mitglieder, Spender, Freunde und Sponsoren des Weissen Rings, u.a.:

Niederösterreichische Landesregierung: EUR 7.000,- Vereinsförderung / der Betrag wurde zur Gänze an Opfer als finanzielle Unterstützung ausbezahlt, EUR 3.000,- Administrationskosten

Oberösterreichische Landesregierung: EUR 5.000,- Administrationskosten. Zudem stellt die Oberösterreichische Landesregierung für in Not befindliche Opfer finanzielle Mittel aus dem Solidaritätsfond zur Verfügung.

Stadt Wien: EUR 20.000,- Vereinsförderung / der Betrag wurde zur Gänze an Opfer als finanzielle Unterstützung ausbezahlt

Steiermärkische Landesregierung: EUR 5.000,- Administrationskosten (Zufluss 2007)

Werbekampagne und Mailingaktion: Aussenwerbung * Gerin Druck * iWaves * Franz Klammer Charity Golf International * Mediaedge:cia * Niedermeyer * Neue Sentimental Film * Redzac Fleischmann * TV- und Printmedien * Vienna Paint * Wunderman * Young & Rubicam

Die Kinder-Weihnachtsaktion 2006: Das Taxi 40100 * Gasthaus Anton Futterknecht * Fa.Hartjes * Kapsch * Hotel Marriott Wien Parkring * Uschi Mörtl *Österreichisches Patentamt * Inner Wheel Club Wien West * Johanna Zwerenz Fonds * Justizanstalt Graz Karlau

Weitere Sponsoren und Spender: Allgemeine Sparkasse Linz * Autobahnpolizei Amstetten * Baxter International Foundation * Benefizkonzert Polizei Laakirchen * Die Bekannten - Stammtischrunde aus Ried i. Innkreis * ComneX Commercial Internet Business * Das Taxi 40100 * Siedlerverein Einigkeit * Femmes d´Europe * Freimaurerlogen * Freunde des Kahlenbergerdorfes * Katholische Frauenbewegung Kirchstetten * Kiwanis Club Linz NIKE * Konica Minolta * Krav Maga MaorÖsterreich * Lions Club KüRNBERG Linz * Maturaprojekt Steiermark - Gruppe Sabine Rauch * Marktgemeinde Wr. Neudorf * Offiziersclub der Sicherheitsexekutive *Österreichische Beamten-Versicherung * Monika Pinterits Honorar "Beckmann" * MGC Textil- und Modegroßhandel Center GmbH * Polizeidirektion Hr. Borlak * Rudas EDV-Beratung * Stadtrichter zu Clagenfurth * TUS * xS+S Software und Systeme (A. Haumer und M. Jékay)

Spendengütesiegel 05253: Der Weisse Ring hat für das Jahr 2006 erneut das Spendengütesiegel auf Basis des Rechnungsjahres 2005 beantragt und von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder auch verliehen bekommen. Mit der Auszeichnung Spendengütesiegel 2006 wurde dem Weissen Ring der widmungsgemäße und wirtschaftliche Umgang mit Spendengeldern und eine vorbildliche Spendenverwaltung bescheinigt.

Kooperation mit Weisser Ring Forschungsgesellschaft

Publikationen "Viktimologie und Opferrechte (VOR)" - Schriftenreihe der Weisser Ring Forschungsgesellschaft:

Schulungen, Seminare, Vorträge

31.Jänner 2006, Stadtschulrat für Wien, Podiumsdiskussion "Gewalt wahrnehmen - der Gewalt begegnen" Vortrag von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek

5.April 2006, BMI, "Neuer Opferschutz" Vortrag von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek

6.April 2006, Justiz-Bildungszentrum Schwechat "Die strafrechtliche und prozessuale Stellung des Verbrechensopfers nach dem Strafprozessreformgesetz 2004 und der StPONovelle 2005" Vortrag von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek

26.April 2006, Eröffnung der Wanderausstellung "Trautes Heim..." (Thema: Gewalt in der Familie), Altes Rathaus, Linz, "Justizielles Handeln - Die Reaktionen der Strafrechtspflege, insbesondere bei Gewalt in der Familie und Prozessbegleitung" Referat von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek

27.April 2006, Tagung "Opfer von Verbrechen - Kooperation fördert Qualität", Bundessozialamt Linz in Kooperation mit dem Weissen Ring Oberösterreich

25. - 27. Mai 2006, Jahreskonferenz des European Forum for Victim Services, Bratislava: Schwerpunktthemen: Reorganisation des Forums, Workshops zur Arbeit mit ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, Europäische Projekte, Arbeit mit Opfergruppen mit speziellen Bedürfnissen, wie z.B. ethnischen Minderheiten, Klienten-Zufriedenheits-analysen und Arbeit mit Medien, Erhebung zur Umsetzung des Rahmenbeschlusses des Rates vom 15.3.2001 zur Stellung des Opfers im Strafverfahren

19.Juni 2006, Jour Fixe "Gewaltschutz für Frauen", Wien

7.September 2006, SMS, MIM (Wenstadtgasse 5, 1010 Wien) Impulsreferat "Favoriten gegen Gewalt" von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek

22. - 24.September 2006, KIT-Tage 2006, Innsbruck: Dr.Peter Walter stellt die Tätigkeit des Weissen Ringes vor.

28.September 2006, Eröffnung der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie Bad Aussee, Podiumsdiskussion zur psychischen Situation von Verbrechensopfern mit Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek

3.Oktober 2006, Eröffnung der Wanderausstellung "Trautes Heim..." im Sicherheitszentrum der Polizei Klagenfurt, "Die Stellung des Verbrechensopfers im neuen Strafprozess" Referat HonProf.Dr.Udo Jesionek

10.Oktober 2006, Berlin: 30-Jahr-Jubiläum des Weissen Ringes Deutschland - Vizepräsident Generalmajor Mahrer vertrat den Weissen RingÖsterreich

9.-11.Oktober 2006, Tagung derÖsterreichischen Arbeitsgemeinschaft für Jugendwohlfahrt, Vomp/Tirol - "Opferschutz inÖsterreich im Licht der aktuellen gesetzlichenÄnderungen" Vortrag am 10.Oktober von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek

12.Oktober 2006, Universität Tilburg/Niederlande: International Conference on Victim Empowerment - Dr. Karin Bruckmüller nahm für den Weissen Ring/die Weisser Ring Forschungsgesellschaft teil.

21.Oktober 2006, Bad Kissingen: Delegiertenversammlung des Weissen Ringes Deutschland - Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek referierteÜber die Arbeit des Weissen RingesÖsterreich.

28.Oktober 2006, Gasthaus Würzl in Eberschwang: Benefiz-Konzert der "Bolschoi-Don-Kosaken" anläßlich der 20-jährigen aktiven Mitgliedschaft von Franz Grünbart beim Weissen Ring und des 15-Jahre Jubiläums als Landesleiter von Oberösterreich. Die Laudatio hielten die Frau Bundesministerin Ursula Haubner, Landesrätin und Präsidentin des Oberösterreichischen Landtages Frau Angela Orthner und Präsident HonProf.Dr. Udo Jesionek.

7.November 2006, BMI, 4. Rechtschutztag: "Kriminalprävention - Opferschutz - Opferhilfe" Vortrag von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek.

15.November 2006, Evangelische Hochschulgemeinde: "Stellung der Opfer inÖsterreich und Arbeit des Weissen Ringes" Vortrag von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek.

27.November 2006, Mainz: Opferforum (Thema: Informationsrechte der Opfer) - Referat von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek.


2005

2005 haben ca. 3.500 Opfer den Weissen Ring kontaktiert, 942 Opfer wurden intensiv betreut, das sind um 17,2 % mehr als im Jahr 2004. In 445 Fällen, die bereits in den Jahren davor mit dem Weissen Ring Kontakt aufgenommen haben.

Im Hinblick auf das Inkrafttreten der StPO Novelle 2005 mit 1.1.2006 hat der Weisse Ring 2005 die Prozessbegleitung von Straftatopfern weiter ausgebaut. Im Jahr 2005 ist die Zahl der Fälle, in denen der Weisse Ring Prozessbegleitung für Straftatopfer durchgeführt hat, um 50% gegenüber 2004 angestiegen. In über 350 Fällen wurde die Prozessbegleitung 2005 abgeschlossen, in 450 Fällen wird sie 2006 fortgesetzt.

Ab 1.Oktober 2006 hat der Weisse Ring mit dem Bundesministerium für Justiz den Fördervertrag zur Durchführung von Prozessbegleitung abgeschlossen. NunmehrÜbernimmt das BMJ auch Administrationskosten für Prozessbegleitung.

In das 1990 ins Leben gerufene Projekt zur langfristigen Unterstützung von Kindern wurden 82 Kinder, die selbst Opfer eines Verbrechens wurden oder die durch ein Verbrechen ihre Eltern verloren haben, in das Unterstützungsprogramm 2005 aufgenommen. Im Zuge dieser Weihnachtsaktion werden die Kinder finanziell unterstützt und es werden allenfalls nötige weitere betreuende Maßnahmen gesetzt.

Die im Jahr 2004 begonnen Projekte zur Unterstützung vonÄlteren Menschen, die Opfer von Bankanschlussdelikten geworden sind, das von Baxter International Foundation geförderte Therapieprojekt für Kinder und Frauen, sowie das Projekt Selbstverteidigungskurse von Krav Maga Maor wurden 2005 weitergeführt.>

2005 hat der Weisse Ring knapp EUR 480.000,- an finanziellen Mitteln aufgewendet. 78% flossen in die Opferhilfe (inkl. Prozessbegleitung), 7% in die Opferhilfeentwicklung und 15% in Administration, Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising.

Nachdem das von der Generalversammlung vom 22. Mai 2005 angenommene Forderungsprogramm mit der Novelle des VRÄG 2005 / Verbrechensopfergsetz ab 1.7.2005 weitgehend umgesetzt wurde, hat der Vorstand das Forderungsprogramm des Weissen Ringes im Interesse der Verbesserung der Situation der Opfer strafbarer Handlungen in Österreich vom 15. September 2005 (s. www.weisser-ring.at, Rubrik „News“.) ausgearbeitet und präsentiert.

2005 legte der Weisse Ring folgende Stellungnahmen vor:

Stellungnahme zum Entwurf eines Bundesgesetzes, mit dem die Strafprozessordnung 1975 und das Staatsanwaltschaftsgesetz geändert werden, vom 13.6.2005 (StPO-Novelle 2005)

Stellungnahme zum Entwurf eines Bundesgesetzes mit dem das Strafgesetzbuch, die Strafprozessordnung 1975 und die Exekutionsordnung geändert werden (Strafrechtsänderungsgesetz 2006), vom 12.12.2005 („Anti-Stalking-Gesetz“)

2005 wurde ein neues Opferhilfeprojekt im Kooperation mit dem Knappenhof, Reichenau a.d.Rax, ausgearbeitet: Mit einer kurzfristigen stationären Intervention im Kur- und Gesundheitszentrum Knappenhof - 2 Wochen Aufenthalt und 10 Einzeltherapie-Einheiten – soll vor allem schwer traumatisierten Verbrechensopfern unmittelbar nach dem Ereignis geholfen werden.

Im Jahr 2005 trat der Vorstand zu 4 Sitzungen und einer Klausurtagung zusammen, das Exekutivkomitee, an dem mindestens 3 Vorstandsmitglieder teilnehmen, trat 2005 zu 9 Arbeitssitzungen zusammen.

Generalversammlung, 8. April 2005, Wien: Nach den Berichten des Präsidenten, Kassiers und der RechnungsprüferÜber den Zeitraum 2003/2004 hat die Generalversammlung den Vorstand entlastet. Im Rahmen der Vorstandswahl wurde ao.Univ.Prof.Dr.Hilf zur Vizepräsidentin, neu als Vorstandsmitglied wurde Hofrat Dr.Michael Lepuschitz gewählt und als Landesleiter des Burgenlandes Ernst Mitsch wird als Landesleiter bestätigt.

Das Forderungsprogramm vom 8. April 2005 im Interesse der Verbesserung der Situation der Opfer strafbarer Handlungen in Österreich 2005 wurde verabschiedet. Die Forderungen umfaßten die Erweiterung des Verbrechensopfergsetzes, Koordination der Kompetenzen für den Opferschutz, Maßnahmen im materiellen Strafrecht und Erweiterung der Opferrechte im Strafrecht, Opferrechte im Zivil- und Exekutionsverfahren (s. unter www.weisser-ring.at / Rubrik News).

Schwerpunkt der Schulungsprogramme 2005 waren die interdisziplinären Schulungen von ExekutivbeamtInnen am 4./5. Februar 2005 in Wels, am 22./23. April 2005 in Inzing bei Innsbruck und am 2./3.Juni 2005 in Graz.

Der Weisse Ring hat für die Aus- und Weiterbildung intern 4 Schulungsmodule entwickelt: die Grundseminare „Opferhilfe“ und „Gesprächsführung mit Opfern“ sowie die Aufbauseminare „Opferhilfe“ und „Prozessbegleitung“. Das Aus- und Weiterbildungsprogramm des Weissen Rings wurde 2005 vom Bundesministerium für Inneres gefördert.

Ende 2005 sind beim Weissen Ring mehr als 200 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Zuwachs 2005: 39) tätig.

Auch im Jahr 2005 war der Weisse Ring berechtigt, das Spendengütesiegel 2005 zu tragen.

Auf internationaler/europäischer Ebene ist der Weisse Ring an den Projekten W.E.S.T. (Women East Smuggling Trafficking) und DIVA (Collection of Data for the Dissemination of Initiatives in Victim Assistance in the European Union) beteiligt; weiters hat er eine Vorstandsfunktion im European Forum for Victim Services inne.

Kooperation mit der Weisser Ring Forschungsgesellschaft:

Buchpräsentation : Präsentation des ersten Bandes der Schriftenreihe der Weisser Ring Forschungsgesellschaft„Viktimologie und Opferrechte“ (VOR 1):

Albin Dearing / Marianne Löschnig-Gspandl (Hrsg.), Opferrechte in Österreich. Eine Bestandsaufnahme, Studienverlag, Innsbruck, Wien 2004 am 31. Jänner 2005 im JURIDICUM, Schottenbastei 10-16, 1010 Wien, gem. mit Univ.-Prof.Dr.Frank Höpfel, Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Wien mit einem Gastvortrag von ao.Univ.-Prof.Dr.Marianne Hilf (vormals Löschnig-Gspandl), Universität Graz, mit dem Titel: „Opferinteressen im Strafverfahren – neueste legistische Entwicklungen in Österreich und Deutschland im Lichte internationaler Verpflichtungen“

Schulungen und Seminare für Exekutive und Justiz

Einwöchige Seminare „Opfer einer Straftat“ für TrainerInnen der Exekutive, gemeinsam mit dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte im Auftrag des BM.I:

9.- 13. Mai 2005, Sicherheitsakademie des BM für Inneres, Traiskirchen

29.- 30. September 2005, Sicherheitsakademie des BM für Inneres, Traiskirchen

Seminar „Verbrechensopfer“ für Richteramtsanwärterinnen und Richteramtsanwärter am Oberlandesgericht Linz, 23.Mai 2005

Seminar „Verbrechensopfer“ für Richteramtsanwärterinnen und Richteramtsanwärter am Oberlandesgericht Graz, 21. Oktober 2005

Fortbildungsveranstaltung der Fachgruppe Jugendrichter der Vereinigung derÖsterreichischen Richter, 17. - 19. Oktober 2005, Justizbildungszentrum Schwechat.

Referate/Diskussionsrunden, ua

23. September 2005, Diskussionsrunde „Neue Wege im Opferschutz“ veranstaltet vom BM für Justiz, Graz, Teilnahme: Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek

28. November 2005, Fachtagung „Liebe geht nicht mit Gewalt“, Bewährtes und Neues zu Opferschutz und Opferhilfe, anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Interventionsstelle Steiermark, Teilnahme: Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek

28. November 2005, HonProf.Dr.Udo Jesionek: “Die Stellung des Verbrechensopfers im neuen Strafprozessrecht“

24. November 2005, Podiumsdiskussion „Hilfe nur für Täter? Neustart leistet Opferschutz“, veranstaltet von Neustart, Positionen Wien, Teilnahme: Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek




2004

2004 haben ca. 3.200 Opfer, Kontakt mit dem Weissen Ring aufgenommen, 805 Opfer wurden 2004 vom Weissen Ring intensiv betreut, das sind um 36,7% mehr als im Jahr 2003. In 215 Fällen, die bereits in den Jahren davor mit dem Weissen Ring Kontakt aufgenommen hatten, wurde die Betreuung fortgesetzt.

Strafprozess-Reformgesetz: Im März 2004 hat das Parlament das Strafprozess-Reformgesetz (BGBl I 2004/19) verabschiedet. Es ist dem Weissen Ring gelungen, weite Teile des von der Generalversammlung des Weissen Ringes 2003 beschlossenen Forderungskataloges zu realisieren.

Projekt Flächendeckende Prozessbegleitung: Im Hinblick auf die Umsetzung wichtiger Bestimmungen des Strafprozess-Reformgesetzes 2004 durch das Bundesministerium für Justiz, hat der Weisse Ring 2004 seine Struktur für psychosoziale und anwaltliche Prozessbegleitung von Opfern von Straftaten weiter entwickelt und ausgebaut.

Modellprojekt Information von Verbrechensopfern in Oberösterreich: Aufgrund eines Erlasses des Sicherheitsdirektors für Oberösterreich, Herrn Hofrat Dr.Alois Lissl, vom 26.Jänner 2004 wurden alle Exekutivbeamten angewiesen, Opfer von Körperverletzungen auf das Verbrechensopfergesetz und insbesondere das Bundessozialamt Oberösterreich und den Weissen Ring hinzuweisen. Es ist beabsichtigt, dieses Modell auf das ganze Bundesgebiet auszudehnen.

Projekt zur Unterstützung vonÄlteren Menschen, die Opfer von "Bankanschlussdelikten" wurden: Im Mai 2004 hat der Weisse Ring gemeinsam mit der Bundespolizeidirektion Wien ein Projekt zur Unterstützung vonÄlteren Menschen, die in unmittelbarer Umgebung ihrer Bank, in Supermärkten, in der U-Bahn,... Opfer eines Diebstahls oder Raubes geworden sind, gestartet. Insgesamt wurde von Mitte Mai bis Dezember 2004 147 Opfern Unterstützung angeboten,Über 20% der kontaktierten Personen haben auf das Angebot sehr positiv reagiert und zum Teil auch die verschiedenen Hilfeleistungen in Anspruch genommen.

Therapieprojekt für Kinder, die Opfer von Gewalt wurden und deren Familienangehörige: The Baxter International Foundation, eingerichtet zur Förderung von sozialen Projekten weltweit, hat ein Budget von US$ 36.600,- für Krisenintervention und Therapien bereitgestellt.Mit dieser Förderung erhalten Verbrechensopfer Zugang zu Hilfeleistungen, die sie sonst nicht in Anspruch nehmen könnten.

Selbstverteidungskurse für Opfer von Straftaten: Krav Maga Maor, Anbieter von Selbstverteidgungskursen, hat dem Weissen Ring für Opfer von Straftaten kostenlos Selbstverteidigungskurse zur Verfügung gestellt. Das Angebot wird gut angenommen und zielt vor allem darauf ab, das Sicherheitsgefühl von Straftatopfern zu stärken.

Projekt Unterstützung von Menschen, die in ihrer Arbeit Opfer einer Straftat wurden: Einzelhandelsbetriebe sind an den Weissen Ring mit der Bitte herangetreten, ihre MitarbeiterInnen unmittelbar nach einemÜberfall - vor allem mit Krisenintervention - zu unterstützen. In diesem Zusammenhang hat der Weisse Ring ein Konzept zur Schulung, Vorbeugung und Unterstützung von Opfern, die in ihrer Dienststelle Verbrechensopfer wurden, ausgearbeitet und dieses bereits verschiedenen Unternehmen als Empfehlung unterbreitet. Der Weisse Ring selbst bleibt in seinen Leistungen gemäß Statuten auf die Betreuung von Straftatopfern beschränkt.

EU-geförderte Projekte: Der Weisse Ring arbeitet seit 2004 an folgenden Projekten mit: W.E.S.T. (Women East Smuggling Trafficking) DIVA (Collection of Data for the Dissemination of Initiatives in Victim Assistance in the European Union)

Spendengütesiegel 2004: Der Weisse Ring hat für das Jahr 2004 erstmals das Spendengütesiegel auf Basis des Rechnungsjahres 2002 beantragt und von der Kammer der Wirtschaftstreuhänder auch verliehen bekommen. Mit der Auszeichnung wurde dem Weissen Ring der widmungsgemäße und wirtschaftliche Umgang mit Spendengeldern und eine vorbildliche Spendenverwaltung bescheinigt.

Am 19.11.2004 fand im Oberbank-Forum in Linz in Anwesenheit von Bundesminister Dr.Ernst Strasser und Landeshauptmann Dr.Josef Pühringer und ca. 120 Gästen die Veranstaltung "Hilfe für Opfer von Straftaten" statt. In seinem Impulsreferat stellte Präsident HonProf.Dr.Jesionek den Weissen Ring vor und gab einenÜberblickÜber die Verbesserung der rechtlichen Stellung des Opfers in den letzten Jahren. Bundesminister Dr.Ernst Strasser zeichnete 10 ehrenamtliche Mitarbeiter des Weissen Rings mit dem Bundesehrenzeichen aus: Manfred Armbruckner, Franz Grünbart, Herbert Hanetseder, Walter Knes, Alexander Knoll, Alfred Maier, Karl Meister, Gerhard Salzinger MAS, Leopold Schweiger, Erwin Weidinger Erwin. Mit der Auszeichnung unterstrich der Bundesminister, wie notwendig und wichtig der Einsatz von Exekutivbeamten für Opfer ist.

Per 31.12.2004 zählte der Weisse Ring 710 Mitglieder, die die Arbeit des Weissen Rings nicht nur finanziell, sondern auch ideell unterstützen. 185 Förderer und Freunde, die nicht Mitglieder sind, leisten regelmäßige Spendenzahlungen.

Die Landsleitungen konnten im Bereich der Opferhilfe und im Fundraising, die Bundesgeschäftsstelle für länderübergreifende und organisatorische Agenden 30 neue ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewinnen, Ende 2004 engagierten sich somit 170 ehrenamtliche MitarbeiterInnen für den Weissen Ring.

Schwerpunkt des Schulungsprogramms 2004 war die Interdisziplinäre Schulung von ExekutivbeamtInnen - ca. 1/3 aller ehrenamtlichen MitarbeiterInnen des Weissen Rings sind beruflich bei der Polizei oder Gendarmerie tätig - gemeinsam mit VertreterInnen anderer Berufsgruppen wie JuristInnen, PsychologInnen, TherapeutInnen, MediatorInnen, etc. Am 1./2.Oktober 2004 fand in Wels eine MitarbeiterInnenschulung (Modul 2, Fortbildung), am 22./23.Oktober 2004 fand am Semmering eine Grundschulung (Modul 1) statt. Das Aus-und Weiterbildungsprogramm des Weissen Rings wird finanziell unterstützt vom Bundesministerium für Inneres.

"Weisser Ring Intern", Zeitung für MitarbeiterInnen, erscheint erstmals im Juni 2004.

zu den Tätigkeitsberichten




2003

Im Jänner 2003 kann das Büro der Bundesgeschäftsstelle bezogen werden. Mit geringfügigen Adaptierungsarbeiten in den neuen Räumlichkeiten können 3 Arbeitsplätze für den Präsidenten, die Geschäftsführerin und für die neue Mitarbeiterin im Bereich Administration eingerichtet werden.

Frau Angelika Bauer ist ab 23.April 2003 im Bereich Spendenverwaltung und Buchhaltung für den Weissen Ring tätig. Mit ihr sind 2003 drei in Teilzeit beschäftigte Mitarbeiterinnen hauptamtlich mit einer Gesamtwochenarbeitszeit von 87 Stunden beim Weissen Ring tätig.

In der Generalversammlung vom 22. Mai 2003 werden Dkfm.Michael Brooks, Univ.Prof.Dr.Karl Dantendorfer, Mag.Claudia Marady, Dr.Oliver Scheiber und Trixi Schuba in den Vorstand gewählt. Dr.Oliver Ginthoer wird als zweiter Rechnungsprüfer bestellt. Frau Generalskretärin Johanna Zwerenz scheidet nach 25 Jahren als erste und bislang einzige Generalsekretärin des Weissen Rings aus dem Vorstand aus und steht der Organisation weiterhin als Ehrenmitglied zur Verfügung. Im Mai 2003 verstirbt Dr.Uwe Kirschner, Vorstandsmitglied des Weissen Rings seit 2001.

2003 jährt sich zum 25. Mal die Gründung des Weissen Rings inÖsterreich. Aus diesem Anlaß findet am 23. Mai 2003 im Parlament die Festveranstaltung "Opferrechte sind Menschenrechte" statt. Dr.Heinz Fischer, zweiter Nationalratspräsident und Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek begrüßenÜber 100 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Medien und aus dem Sozialbereich. Zum Thema "Opferrechte sind Menschenrechte", 2003 von besonderer Aktualität angesichts der anstehenden Reform des Strafverfahrensrechtes, referieren die Autoren des Ende 2002 bei C.H.Beck erschienen Buches "Verbrechensopfer: Gesetz und Gerechtigkeit", Dr.Dres.h.c. Winfried Hassemer, Professor für Strafrecht an der Universität Frankfurt und Vizepräsident des deutschen Bundesverfassungsgerichts sowie Dr.phil. Dr.h.c. Jan Philipp Reemtsma, Professor für neue deutsche Literatur an der Universität Hamburg und Vorstand des Hamburger Instituts für Sozialforschung, der vor einigen Jahren selbst Opfer eines schweren Verbrechens geworden ist. An der von Dr.Peter Huemer moderierten Podiumsdiskussion nehmen neben den Hauptreferenten auch Vorstandsmitglied Univ.Prof.Dr.Karl Dantendorfer und Ass.Prof.Dr.Hannes Tretter teil.

Ab MaiÜbernimmt der Weisse RingÖsterreich mit der Geschäftsführerin Mag. Marianne Gammer im Europäischen Opferhilfeforum (European Forum for Victim Services) die Funktion der Kassierin.

Am 2. September 2003 wird Herbert Wagner, vormals Landesleiter des Weissen Rings für das Burgenland, in den Vorstand kooptiert, wobei er insbesondere im Bereich Sicherheit und Prävention aktiv sein wird.

Rainer ErhartÜbernimmt am 2. September 2003 die Landesleitung Burgenland, sein Stellvertreter ist Franz Recker.

Am 20.11.2003 wird die Weisser Ring Forschungsgesellschaft gegründet. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Obmann HonProf.Dr.Udo Jesionek, Obmann-Stellvertreterin Univ.Prof.Dr.Marianne Löschnig-Gspandl, Kassier Heinz Gehl, Stellvertretender Kassier Dkfm.Michael Brooks, Schriftführer Dr.Albin Dearing und Schriftführer-Stellvertreter Univ.Prof.Dr.Karl Dantendorfer. Die wichtigsten Aufgaben der Forschungsgesellschaft liegen in der Durchführung von wissenschaftlichen Studien zu Viktimologie und Opferrechten, multidisziplinärer Lehrtätigkeit, Erarbeitung von Gesetzesvorschlägen zur Verbesserung der Opferrechte,... Die Aktivitäten der Weisser Ring Forschungsgesellschaft werden unterstützt vom Wissenschaftlichen Beirat des Weissen Rings, der 2002 gegründet wurde. 2003 konnten für die wissenschaftliche Arbeit des Beirats Univ.Prof.Dr.Maria Eder aus Salzburg und Univ.Prof.Dr.Klaus Ottomeyer aus Klagenfurt gewonnen werden.

Auf Initiative von Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek wird am 17. Dezember 2003 der Weisse Ring Slowenien gegründet.

2003 ist der Weisse Ring maßgeblich in die Beratungen zur Reform des strafrechtlichen Vorverfahrens (Strafprozess-Reformgesetz) einbezogen. Im damit befassten parlamentarischen Unterausschuss des Justizausschusses vertritt Präsident HonProf.Dr.Udo Jesionek den Weissen Ring. Auf seine Initiative schließen sich Opferschutz und Opferhilfeeinrichtungen wie die InterventionsstellenÖsterreichs aber auch Kinderschutzzentren und die Kinder- und Jugendanwaltschaften zusammen, arbeiten einen gemeinsamen Forderungskatalog aus und legen ihn dem Ausschuss vor.

In Niederösterreich wird 2003 der Weisse Ring durch die Errichtung von 4 regionalen Außenstellen mit einer großen Anzahl neuer ehrenamtlicher MitarbeiterInnen gut ausgebaut. In Oberösterreich wird am 10. Juni 2003 die Außenstelle Linz-Linz/Land gegründet. In Wien und Kärnten werden die Teams der ehrenamtlichen MitarbeiterInnen massiv verstärkt.
Ende 2003 zählt der Weisse Ring in ganzÖsterreich 140 ehrenamtliche MitarbeiterInnen.

848 Mitglieder unterstützen den Weissen Ring in seiner Arbeit; dazu kommen zahlreiche private Spender, aber auch Firmen, Serviceclubs, etc. Die Landesregierungen von Niederösterreich und Oberösterreich gewähren Förderungen für die Opferhilfetätigkeit des Weissen Rings in den Bundesländern.

In der Opferbetreuung zählt der Weisse Ring 2003 ca. 3.000 Kontakte mit Opfern von Straftaten, wobei in 589 FällenÜber das erste Gespräch hinaus weitere Leistungen in Anspruch genommen werden. In weiteren 180 Fällen, die sich bereits vor 2003 an den Weissen Ring gewandt haben, wird 2003 die Betreuung fortgesetzt. Gegenüber 2002 haben sich 40% mehr Opfer von Straftaten an den Weissen Ring gewandt.

2003 wird dem Weissen Ring im Rahmen des Fördervertrags mit dem Bundesministerium für Justiz ein Budget für Prozessbegleitung in Höhe von EUR 100.000,- zur Verfügung gestellt; der Weisse Ring legt dem BMJ Abrechnungen zu 193 Prozessbegleitungen in Höhe von EUR 97.271,16 vor.

2003 leistet der Weisse Ring finanzielle Zuwendungen für Opfer von Straftaten von ca. EUR 230.000,-.

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2002

Am 15.Jänner 2002 wird der Wissenschaftliche Beirat des Weissen Ringes gegründet, der den Vorstand des Weissen Ringes in seinen Initiativen zur Verbesserung der Opferrechte auf internationaler und nationaler Ebene unterstützt. Vorsitzender des Beirates ist MR Dr. Albin Dearing, seine Stellvertreterin AssProf.Dr.Marianne Löschnig-Gspandl. U.a. arbeitet der Wissenschaftliche Beirat 2002 die Stellungnahme des Weissen Ringes zum EU-Grünbuch Entschädigung für Opfer von Straftaten aus, entwirft ein Schulungskonzept für ExekutivbeamtInnen und nimmt die Arbeiten zur ersten Publikation der Wissenschaftlichen ReiheÜber den EU-Rahmenbeschluss zur Verbesserung der Stellung des Opfers im Strafverfahren auf.

Am 16. Jänner 2002 wird der Facharzt für Psychiatrie und Neurologie und Psychotherapeut Univ.Prof.Dr.Karl Dantendorfer in den Vorstand des Weissen Ringes kooptiert.

Auf Initiative des Weissen Ringes wird im Juli 2002 das "Forum Opferhilfe", ein Zusammenschluss von nichtstaatlichen Opferhilfeeinrichtungen, gegründet. Ziel des Forums ist es, die Rechte der Opfer nachhaltig zu stärken.

Am 4./5. Oktober 2002 findet die erste Schulung für MitarbeiterInnen des Weissen Ringes in Wels statt. Neben der Traumaproblematik, dem Verbrechensopfergesetz werden u.a. anhand von Fallbeispielen konkrete Lösungssansätze in der Opferhilfe diskutiert.

Ab November 2002Übernehmen Karl-Heinz Grundböck und sein Stellvertreter Leopold Schweiger die Landesleitung in Niederösterreich. Sie bauen die Landesorganisation zügig aus.

Der Weisse Ring gibt erstmals als Arbeitsgrundlage für alle ehrenamtlichen MitarbeiterInnen ein Handbuch heraus.

2002 nehmen ca. 2.500 Opfer von strafbaren Handlungen Kontakt mit dem Weissen Ring auf. 425 Opfer- gegenüber 226 im Jahr davor - werden längerfristig betreut oder erhalten auch finanzielle Unterstützung. In 156 Fällen - gegenüber 78 im Jahr 2001 - ermöglicht der Weisse Ring die durch das Bundesministerium für Justiz geförderte psychosoziale und/oder anwaltliche Prozessbegleitung. Insgesamt schüttet der Weisse RingÜber EUR 150.000,- aus.

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2001

Am 31.Jänner 2001 unterzeichnet der Weisse Ring mit der Rechtsanwaltskammer Burgenland einen Kooperationsvertrag, wonach die anwaltliche Prozessbegleitung im Burgenland massiv gefördert wird.

Am 31.3.2001 findet erstmals in einem Bundesland außerhalb von Wien, in Geinberg in Oberösterreich die Generalversammlung statt. Die Statuten, die nunmehr eine hauptamtliche Geschäftsführung vorsehen, werden angenommen. Der Vorstand wird wie folgt gewählt: HonProf.Dr.Udo Jesionek, Präsident, Oberstleutnant Karl Mahrer Vizepräsident, Heinz Gehl Kassier, Johanna Zwerenz Generalsekretärin, Mag.Eva Bassler, Dr.Albin Dearing, Dr.Uwe Kirschner, Mag.Petra Smutny und für den Bereich Forschung Prof. Dr.Marianne Löschnig-Gspandl. Die Landesleitungen werden mit Dr.Wolfgang Sicka in Wien, Rainer Philippeit in Niederösterreich, Herbert Wagner im Burgenland, Franz Grünbart in Oberösterreich, Dr.Lucas Lorenz in Tirol, Gerhard Salzinger in Vorarlberg, Roland Janko in der Steiermark, Dr.Harald Rumpler in Salzburg und in Kärnten Renate Mosser bestätigt. Der Gründungspräsident und langjährige Vizepräsident Dr.Manfred Lampelmayer wird Ehrenmitglied des Weissen Ringes. Als Mitglieder des Exekutivkomitees werden HonProf.Dr.Udo Jesionek, Oberstleutnant Karl Mahrer, Heinz Gehl, Johanna Zwerenz, Mag.Eva Bassler, Dr.Albin Dearing, Dr.Uwe Kirschner, Mag.Petra Smutny und Dr.Wolfgang Sicka bestellt .

2001 wird das Projekt "Prozessbegleitung", das auch weiterhin vom Bundesministerium für Justiz gefördert wird, fortgesetzt.

Im ersten Halbjahr 2001 verzeichnet der Weisse Ring eine Verdoppelung der Ansuchen um Unterstützung und Betreuung.

Im Jahr 2001 steigt die Anzahl der Opfer, die Hilfe beim Weissen Ring suchen, auf 1.500 an, wobei es in 226 Fällen zu einer längerfristigen Betreuung bzw. auch zu einer finanziellen Unterstützung kommt. Damit steigt die Zahl der Betreuungen umÜber 90%, ein Trend, der sich auch weiterhin fortsetzt. über EUR 100.000,- werden an finanziellen Unterstützungen geleistet.

2001 wird das Projekt "Prozessbegleitung", das auch weiterhin vom Bundesministerium für Justiz gefördert wird, fortgesetzt. In 78 Fällen ermöglicht der Weisse Ring die psychosoziale oder anwaltliche Prozessbegleitung.

2001 wird die erste regionale Außenstelle in Wels und Wels Land gegründet, es folgt kurz darauf die zweite Außenstelle im Salzkammergut.

In allen Teilen des Landes kann das Leistungsangebot des Weissen Ringes erweitert werden: immer mehr AnwältInnen und TherapeutInnen bieten Opfern von strafbaren Handlungen kostenlos Orientierungsgespräche an.

Dank der Unterstützung von Sponsoren - sie stellen nicht nur Hardware, sondern auch ihre Arbeitszeit kostenlos zur Verfügung - wird für die administrative Abwicklung der Arbeiten ein Netzwerk eingerichtet.

Im Jahr 2001 baut der Weisse Ring die Zusammenarbeit mit anderen Opferhilfeeinrichtungen - Interventionsstellen, Einrichtungen zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, Frauennotrufen, ... zugunsten einer besseren und qualifizierteren Opferhilfe massiv aus:

2001 wird der Folder "Wir helfen Opfern von Verbrechen" neu aufgelegt.

Die Zeitung "Weisser Ring" erscheint ab dem 2. Halbjahr 2001 jährlich 2 Mal dank der Unterstützung des Bundesministeriums für Inneres und der Redaktion "öffentliche Sicherheit".

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2000

Im Juni 2000 präsentiert der Weisse Ring Steiermark die Broschüre "Hilfe für Verbrechensopfer", die gemeinsam mit anderen Hilfsorganisationen erstellt wurde.

Die Landesleiter von Niederösterreich und Steiermark, Rainer Philippeit und Roland Janko nehmen im Juli 2000 beim Weissen Ring Deutschland an einer Schulung für Außenstellenleiter teil.

One stellt dem Weissen Ring kostenlos Handys zur Verfügung. Damit können die Telefonkosten vor allem mit den Bundesländern gering gehalten werden.

Die Website www.weisser-ring.at wird ab Herbst 2000 ins Web gestellt. Sie bietet einenÜberblickÜber die Hilfeleistungen und die Organisation des Weissen Ringes.

Der Weisse Ring fordert als eine Verbesserung des Verbrechensopfergesetzes die Unterstützung von Opfern im Strafprozess durch Anwälte und Therapeuten und finanziert verstärkt Prozessbegleitungen. Der Bundesminister für Justiz, Dr.Dieter Böhmdorfer, stellt erstmals dem Weissen Ring für die anwaltliche und therapeutische Prozessbegleitung von Opfern eine Förderung zur Verfügung. Diese Förderung ist an konkrete Einzelfälle gebunden.

Dr.Harald Rumpler nimmt im Oktober 2000 am Mainzer Opferforum und anschließend in Umea, Schweden an der Tagung "Compensation to Crime Victims", die europäische Standards in der Opferentschädigung behandelt, Franz Grünbart an der Delegiertenversammlung des Weissen Ringes in Deutschland.

Am 4.11.2000 findet die Klausurtagung des Vorstands statt. Neben der DiskussionÜber die Positionierung des Weissen Ringes als Clearingstelle in der OpferhilfeÖsterreichweit wurden die anstehenden organisatorischenÄnderungen innerhalb des Weissen Ringes festgelegt. Demnach wird ab 2001 eine hauptamtlich Geschäftsführung installiert, die von Frau Mag. Gammer, bisher ehrenamtlich als Kassierin tätig,Übernommen wird. In den Vorstand wurde Frau Dr.Marianne Löschnig-Gspandl für den Bereich Forschung kooptiert, Dr.Wolfgang Sicka wird für die Landesleitung Wien nominiert.

Ab Dezember 2000 startet Rainer Philippeit in Niederösterreich das Projekt "Stoppt das Vogel-Strauß-Verhalten". Ein Kurzfilm, der im Fernsehen und bei diversen Veranstaltungen gezeigt wird und ein Folder sollen Menschen für ihr Umfeld sensibilisieren und verdeutlichen, dass mit aktiver Hilfestellung Verbrechen verhindert werden können.

In Bussen und Straßenbahnen der Grazer Verkehrsbetriebe startet Ende Dezember 2000 die Plakataktion "Vorsicht! Taschendiebstahl", die Passagiere zu erhöhter Aufmerksamkeit mit ihrem Gepäck aufruft.

In den letzten Jahren konnten die Anzahl der Spendenzahler und auch die Höhe der Spenden deutlich vermehrt werden, der Mitgliederstand hingegen bleibt beiÜber 600 stabil. Im Jahr 2000 konnte knapp eine Million Schilling an Opfer ausbezahlt werden.




1999

Auch auf Initiative des Weissen Ringes hin tritt die Novelle des Verbrechensopfergesetzes mit 1.1.1999 in Kraft, die festlegt, dass in Hinkunft Verbrechenopfer Anspruch auf therapeutische Betreuung haben.

Ab 1999 verstärkt der Weisse Ring seine Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Inneres. Ab 1999 erscheint die Zeitung des Weissen Ringes 2 Mal jährlich im Magazin "öffentliche Sicherheit".

1999 wird in allen Bundesländern der Folder "Hilfe für Opfer von Kriminalität" herausgegeben und u.a. inÖffentlichen Einrichtungen und in den Dienststellen der Exekutive zur Information an Verbrechenopfer ausgelegt.

Im März 1999 nimmt Herbert Wagner seine Tätigkeit für die Landesleitung Burgenland auf.

Vom 29.4. bis 1.5.1999 veranstaltet der Weisse RingÖsterreich den Jahreskongress des "European Forum for Victim Services" in Wien. 70 VertreterInnen von Opferhilfeorganisationen aus aller Welt nehmen an der Veranstaltung teil, in der u.a. die namhafte Studie "Victims of Crime in 22 European Justice Systems" von Marion Brienen und Ernestine Hoegen von der Universität Tilburg vorgestellt wird und die "Servicesstandards für Opferhilfeorganisationen" vom Forum verabschiedet werden. Die Veranstaltung wird ausschließlich von Sponsoren finanziert, u.a. Stadt Wien, Bank Austria,Österreichische Beamtenversicherung, Creditanstalt Bankverein, Wiener Städtische.

Im November 1999 nimmt Gerhard Salzinger seine aktive Mitarbeit im Weissen Ring im Raum Vorarlberg auf.

1978 - 1998

Der Weisse RingÖsterreich wird am 16.1.1978 gegründet. Der erste Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Präsident: Dr.Manfred Lampelmayer, 1. Vizepräsident: OLGR Dr. Udo Jesionek, 2. Vizepräsident: Hofrat Dr.Otto Kornek, Protokollführer: Prof.Herbert Hauk, Schatzmeister: KommRat Anton Hinteregger.
Mitbegründer sind u.a. die späteren Vorstandsmitglieder Min.Rat. Dr. Robert Köck, Othmar Urban, Dr.Helmut Zilk, Janne Ranninger, Johanna Zwerenz, Egon Blaschka und Prof.H.W.Christ.

Frau Johanna ZwerenzÜbernimmt am 13.6.1979 das Generalsekretariat.

Die erste Beratungsstelle des Weissen Ringes wird am 11.7.1979 in der Wallnerstraße 4 im 1.Bezirk in Wien eröffnet. Beratungszeiten sind mittwochs 16:00 bis 18:00 Uhr.

Egon Blaschka von der "Kleinen Zeitung",Übernimmt im November 1979 die Landesleitung Steiermark.

Dr.Wolfram Wutzel, Rechtsanwalt in Linz,Übernimmt im Dezember 1979 die Landesleitung Oberösterreich.

Im Juni 1980 wird das Büro im AEZ, Landstraßer Hauptstraße 2a, in 1030 Wien bezogen.

Im Festsaal des Alten Rathauses in Wien findet die erste Generalversammlung am 4.6.1980 statt: Der Weisse Ring zählt nunmehr ca. 500 Mitglieder und hat einen kostenlosen Beratungsdienst für Verbrechensopfer, an dem sich 30 Richter und Anwälte beteiligen, eingerichtet. Mit einem Kapital von S 184.295,09 konnte das Jahr 1979 abgeschlossen werden. Zweimal jährlich erscheint die 4-seitige Zeitung "Weisser Ring", die von der Ersten Allgemeine-Generali finanziert wird. Die Generalversammlung wählt Min.Rat Dr.Robert Köck als Vizepräsidenten, Janne Ranninger als Schatzmeister, Johanna Zwerenz als Generalsekretärin und Prof. Alois Brunnthaler als Pressereferenten in den Vorstand.

Herr Ing. Robert BuchnerÜbernimmt ab Juni 1980 die Landesleitung Kärnten.

Im November 1981Übernehmen Prof. Hans Walther Christ und seine Frau Margaretha die Landesleitung von Niederösterreich.

1982 wird die Landesleitung Steiermark von Dr.Emil Soucek, Rechtsanwalt in Graz, verstärkt.

Der Weisse Ring baut seine HilfeleistungenÜber die kostenlosen Beratungen und Informationen für Verbrechensopfer im Bereich der finanziellen Unterstützungen immer mehr aus. Es gilt vor allem, die finanzielle Notsituation, in die Verbrechensopfer immer wieder geraten, durch rasche und unbürokratische Soforthilfe zuÜberbrücken. Die finanziellen Leistungen werden aus den Mitteln des Weissen Ringes erbracht, zusätzliche Mittel können vermehrt von Dritten (Serviceclubs wie Rotary oder Lions) gewonnen werden. Die Arbeit des Weissen Ringes wird von 600 Mitgliedern unterstützt.

Im Jahr 1983 betreut der Weisse Ring 142 Verbrechensopfer.

In Oberösterreich wird im Februar 1984 die erste Mitgliederversammlung veranstaltet.

Im September 1984 findet in Linz eine Pressekonferenz und Podiumsdiskussion zum Thema "Hilfe für Verbrechensopfer - Notwendigkeiten und Möglichkeiten" statt, die ein breitesÖffentlichkeitsinteresse findet.

1986 erhält der Weisse Ring erstmals durch eine Verlassenschaft zwei Grundstücke in Strasshof, deren Verkauf einen Betrag von ca. 500.000,- Schilling einbringt. Dieser Erlös versetzt den Weissen Ring in die Lage, seine Leistungen auszubauen.

Der Reinerlös der Veranstaltung in Graz "Rock gegen Gewalt" beträgt S 85.000,- und wird dem Weissen Ring zugeführt.

Im Großen Musikvereinssaal veranstalten die Kontaktbeamten der Wiener Polizei am 26.10.1987 erstmals ein Festkonzert für Senioren, der Reinerlös ergeht an den Weissen Ring. Auch in den Folgejahren erhält der Weisse Ring aus dieser Veranstaltung erhebliche Spenden.

1990 nimmt der Weisse RingÖsterreich am Treffen europäischer Opferhilfeorganisationen in Stockholm teil. Das "European Forum for Victim Services", das Europäische Opferhilfeforum, wird konstituiert.

Im Februar 1990 wird die Zusammenarbeit mit dem Landesinvalidenamt für Wien, Niederösterreich und Burgenland (Herr Dr.Wolfgang Sicka) aufgenommen. Diese Zusammenarbeit wird in den Folgejahren intensiviert und auch auf alle weiteren Bundessozialämter ausgebaut.

Ab 1.4.1990 wird das neue Büro in der Marokkanergasse 3 in 1030 Wien bezogen.

1990 wird die erste Weihnachtsaktion für Kinder, die Opfer von Verbrechen wurden, gestartet. Serviceclubs wie Inner Wheel Wien Nordost und Inner Wheel Wien West, der Rotary Club Schönbrunn und der Lions Club Wien Oper unterstützen diese Aktion. Mit dieser Weihnachtsaktion entsteht das Programm zur langfristigen Betreuung von Kindern, die durch ein Verbrechen Schaden erlitten haben.

1990 betragen die finanziellen Hilfeleistungen für Verbrechensopfer bereitsÜber eine halbe Million Schilling. Dazu kommen die ehrenamtlichen Leistungen im Bereich persönliche Beratung, kostenlose Rechtsberatung und Erstgespräche mit TherapeutInnen sowie die Vermittlung mit Behörden und spezialisierten Institutionen.

1991 stirbt der Präsident, Min.Rat Dr.Robert Köck, der Vizepräsident Hon.Prof.Dr.Udo JesionekÜbernimmt die Leitung bis zur nächsten Generalversammlung.

Franz Grünbart wird als Landesleiter Oberösterreich in den Vorstand kooptiert, sein Stellvertreter ist der Rieder Rechtsanwalt Dr. Walter Hasibeder.

In der Generalversammlung vom 16.6.1992 wird der Vorstand wie folgt gewählt: HonProf.Dr.Jesionek, Präsident, Dr.Günter Bögl und Dr.Manfred Lampelmayer Vizepräsidenten, Prof.Alois Brunnthaler Protokollführer, Margaretha Christ Kassier, Johanna Zwerenz Generalsekretärin, Mitglieder: Egon Blaschka, Prof.Dr.Walther Birkmayer, Prof.Hans Walther Christ, Mag. Marianne Gammer, Franz Grünbart, Janne Ranninger, Dr.Walter Schragel, Dr.Wolfgang Sicka, Mag.Dr.Emil Soucek, Othmar Urban. Zum Ehrenmitglied wird Prof.Dr.Helmut Zilk gewählt.

Ab Juni 1996 wird Dr.Harald Rumpler, beschäftigt beim Bundessozialamt Salzburg, aktiv für den Weissen Ring tätig undÜbernimmt die Landesleitung Salzburg. Mit Dr.Harald Rumpler und Dr.Wolfgang Sicka sind nunmehr 2 Mitarbeiter des BSB aktiv für den Weissen Ring tätig und die Zusammenarbeit zwischen dem Weissen Ring und dem BSB wird weiter intensiviert.

Ab Anfang 1997Übernimmt Dr.Lucas Lorenz, Rechtsanwalt in Innsbruck, die Gebietsvertretung des Weissen Ringes in Tirol und Vorarlberg.

Am 17.6.1997 veranstaltet der Weisse Ring eine Pressekonferenz und fordert die Verstärkung der Opferrechte, insbesonders dieÜbernahme von Kosten für Psychotherapien für Verbrechensopfer. In der anschließenden Generalversammlung wird der Vorstand wie folgt gewählt: HonProf.Dr.Udo Jesionek, Präsident, Dr.Manfred Lampelmayer und Major Karl Mahrer Vizepräsidenten, Prof.Alois Brunnthaler, Protokollführer, Mag.Marianne Gammer Kassier, Johanna Zwerenz Generalsekretär, für Rechtsberatung stehen Dr.Walter Schragel, Dr.Wolfgang Sicka, Mag. Eva Gutmayer und Dr.Albin Dearing zur Verfügung, Janne Ranninger und Othmar Urban, die Landesleitungen werden in Oberösterreich von Franz Grünbart und Dr.Walter Hasibeder, in Tirol und Vorarlberg von Dr.Lucas Lorenz und Maria Hintner, in der Steiermark von Ursula Golger und Dr.Thomas Stampfer und in Salzburg von Dr.Harald Rumpler wahrgenommen.

Im September 1997 wird, nachdem die Agenden des Vorstands des Weissen Ringes immer umfassender werden und die Landesleitungen zunehmend entwickelt werden, das Exekutivkomitee, bestehend aus 3 Vorstandsmitgliedern gebildet. Das Exekutivkomitee behandelt Verbrechensopferfälle bis zu einer festgelegten Unterstützungsgrenze.

Die Landesvertretung von KärntenÜbernehmen 1997 Univ.Prof.Dr.Klaus Ottomeyer und seine Mitarbeiterin Renate Mosser.

In der Vorstandssitzung vom November 1997 wird die Landesleitung für die Steiermark Roland Janko, für Niederösterreich Rainer PhilippeitÜbertragen.

Die Landesleitungen werden zunehmend ausgebaut, immer mehr ehrenamtliche Mitarbeiterinnen stehen dem Weissen Ring für Opferhilfe zur Verfügung.

In der Opferhilfe bietet der Weisse Ring verstärkt kostenlose Erstgespräche mit Therapeuten an und forciert psychologische und therapeutische Betreuung von Verbrechensopfern.

Ab 1998 gilt der Kooperationsvertrag zwischen dem Bundesministerium für Inneres und dem Weissen Ring nach § 25 SPG, nachdem beide Partner sich verpflichten, verstärkte Informations- und Unterstützungstätigkeiten zu entwickeln und der Weisse Ring an der Führung der Geschäftsstelle des Präventionsbeirates mitwirkt. Der Vertrag wird auf 2 Jahre abgeschlossen, und im Jahr 2000 durch einen neuen Vertrag bis Ende 2003 wird die Zusammenarbeit fortgesetzt.

Frau Renate MosserÜbernimmt ab Oktober 1998 die Landesleitung für das Bundesland Kärnten.

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