Zweck und Ziele des WEISSEN RINGS


Der WEISSE RING ist ein gemeinnütziger, nicht auf Gewinn ausgerichteter Verein. Im Zentrum unserer Arbeit stehen Opfer von Straftaten mit ihren Bedürfnissen und Interessen.

Der WEISSE RING befasst sich mit Opferhilfe, Prävention von Straftaten und Forschung.

Dabei haben wir uns folgende Ziele gesteckt:

  • Wir streben ein Klima des respektvollen Umgangs mit Opfern an.
  • Wir arbeiten an der kontinuierlichen Verbesserung der Opferrechte auf nationaler und internationaler Ebene. Als Opfer werden dabei nicht nur jene gesehen, die direkt von der Straftat betroffen sind, sondern auch Menschen, die indirekt zu Schaden kommen wie beispielsweise Hinterbliebene.
  • Wir unterstützen Bemühungen um soziale Hilfe für Opfer von Straftaten und werden überall dort tätig, wo die staatliche Vorsorge nicht oder unzureichend greift und private Initiative gebraucht wird.
  • Wir erforschen die Ursachen dafür, dass Menschen zu Opfern werden.
  • Wir entwickeln gemeinsam mit Partner*innen verbrechensvorbeugende Maßnahmen und setzen diese um.
  • Alle Opfer von Straftaten sollen Zugang zu Unterstützung erhalten und genau jene Hilfe bekommen, die sie brauchen.

Statuten


Die Statuten des WEISSEN RINGS geben detailliert Auskunft über den Vereinszweck sowie die Ziele der Vereinstätigkeit. Sie halten die Regeln für die Zusammenarbeit fest und definieren die Organe des Vereins und deren Zuständigkeit.

Forderungen des WEISSEN RINGS

Der WEISSE RING kann seine Ziele nur dann erreichen, wenn sich auch das Umfeld mit entwickelt. Daher hat der WEISSE RING stets eine aktive Rolle in der Entwicklung der Opferrechte und des Opferschutzes eingenommen, zahlreiche Forderungen formuliert und bei den jeweils zuständigen Stellen vorgebracht. Hier finden Sie jene Punkte, zu denen aktueller Entwicklungsbedarf besteht.

In erster Linie geht es für Opfer von Straftaten darum, das erlittene Unrecht hinter sich lassen zu können. Dazu brauchen Betroffene faire Verfahren, in denen ihre Rechte und Anliegen berücksichtigt werden. Strenge Strafen für Täter*innen gehören nicht oder nur in den seltensten Fällen zu den zentralen Anliegen der Opfer. Für die meisten geht es vielmehr darum, die passende Unterstützung zu bekommen, um sich wieder sicher und wohl zu fühlen.

Außerdem zeigt sich in der täglichen Arbeit der Opferhilfe genauso wie in aktuellen Studien: Opfer von Straftaten wissen nach wie vor viel zu wenig über ihre Rechte und über die bestehenden Unterstützungsmöglichkeiten Bescheid. Der WEISSE RING kämpft für eine Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen und setzt dabei auf Kommunikation und Kooperation.

Lesen Sie mehr zu den Forderungen des WEISSEN RINGS

Zum Gewaltschutzgesetz 2019

Aus Sicht des WEISSEN RINGS enttäuschend endete die Arbeit in der Task Force Strafrecht, die ab Februar 2018 in Vorbereitung des Gewaltschutzgesetzes 2019 eingerichtet worden war. Die Vorschläge des WEISSEN RINGS, der durch Udo Jesionek, Lyane Sautner und Dina Nachbaur in drei Arbeitsgruppen vertreten war, fanden kaum Berücksichtigung. Stattdessen wurde im Gesetzesentwurf ein starker Fokus auf die Erhöhung von Strafrahmen gelegt.

In der Stellungnahme zum Gesetzesentwurf positionierte sich der WEISSE RING klar und deutlich zu den Inhalten (siehe ganzer Text weiter unten). Ebenso eindeutig fiel auch ein gemeinsamer offener Brief mit der Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter, dem Österreichischen Rechtsanwaltskammertag, dem Verein NeuSTART und dem Bundesverband der Gewaltschutzzentren / Interventionsstellen Österreichs aus: „Der vorliegende Entwurf beinhaltet Verschlechterungen für Opfer und die öffentliche Sicherheit“ lautete der Titel des Schreibens (ganzer Text siehe weiter unten).

Weiterführende Information und verwandte Themen


Entwicklung des Opferschutzes

Mehr zur Entwicklung des Opferschutzes in Österreich finden Sie hier:

  • Publikation anlässlich des 40jährigen Jubiläums des WEISSEN RINGS
  • Vortrag Dina Nachbaur bei der Veranstaltung „100 Jahre Republik Österereich“
Gemeinsame Arbeit in Netzwerken

Der WEISSE RING setzt auf Vernetzung und Kooperation. So beteiligt er sich am Netzwerk Hate Crime Kontern, das im Rahmen des EU-Projekts V-START (Victim Support Through Awareness-Raising and neTworking) entstanden ist.

Namhafte Expert*innen – darunter Präsident Udo Jesionek – erarbeiteten “10 Gebote guter Kriminalpolitik”, die im Juli 2017 der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

Dokumente zum Gewaltschutzgesetz 2019

Vertreter*innen des WEISSEN RINGS brachten im Jahr 2018 im Rahmen der Task Force Strafrecht zahlreiche Vorschläge ein. Leider fand nur sehr wenig davon Eingang in den Gesetzesentwurf und in der Folge in das Gesetz selbst.

Hier finden Sie die relevanten Dokumente zum Nachlesen:

EU-Opferschutz-Richtlinie 2012/29/EU

Der WEISSE RING beteiligte sich 2017 am EU-Projekt VOCIARE (Victims of Crime Implementation Analysis Report), das sich zum Ziel gesetzt hatte herauszufinden, wie die EU-Opferschutz-Richtlinie 2012/29/EU in Österreich umgesetzt und gelebt wird.

Hier finden Sie die Ergebnisse: VOCIARE (Victims of Crime Analysis Report)