Hate Crime – Verbrechen mit Zukunft?

In Deutschland sind Hassverbrechen im letzten Jahr um das Fünffache gestiegen. In Großbrittanien ebenso. Und wie sieht es in Österreich aus bzw. was ist Hassverbrechen überhaupt?

Hassverbrechen sind laut Wikipedia politisch motivierte Straftaten, „bei denen das Opfer des Delikts vom Täter vorsätzlich nach dem Kriterieum der wirklichen oder vermuteteten Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Gruppe (oder auch einem biologischen Geschlecht) gewählt wird.“ In Österreich ist der Großteil der von der Polizei als Hassverbrechen eingestuften Straftaten derzeit rassistisch bzw. xenophob motiviert, gefolgt von antisemitisch und islamophob. Die Zahlen steigen auch hierzulande besorgniserregend an.

Vom Standpunkt des Opfers aus gesehen sind Hassverbrechen bedrohlicher und angsteinflößender als „normale“ Verbrechen. Hassverbrechensopfer fühlen sich besonders ohnmächtig und schutzlos. Denn das gesellschaftliche Merkmal (Religion, Ethnie, Geschlecht oder geschlechtliche Orientierung) allein reicht aus, um sie zur Zielscheibe von Verbrechen zu machen. Vom Standpunkt der Politik aus gesehen sind Hassverbrechen brandgefährlich. Sie können eine Gesellschaft spalten.

  • Zur allgemeinen Opferbetreuung gehört im Fall von Hasskriminalität deshalb als besonders wichtiges Merkmal die Kennzeichnung, Anerkennung, Benennung und Veröffentlichung von Hasskriminalität
  • Hate Crime muss klar als solches angeprangert und verurteilt werden. Eine Nicht-Anerkennung würde einer stillschweigenden Duldung durch die Mehrheitsbevölkerung gleichkommen. Und die Täter indirekt entlasten.
  • Um Opfer von Hasskriminalität stärker zu schützen und sich mit ihnen solidarisch zu erklären, braucht es eine entsprechende gesetzliche Anerkennung der besonderen Schutzbedürftigkeit für Opfer von Hassverbrechen.

Der WEISSE RING bemüht sich um diesbezügliche Maßnahmen.