„Von am Weib los i ma nix sogen“ – vida wider die Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz

Bei der am 25. Jänner 2017 stattgefundenen Tagung „Von am Weib los i ma nix sogn.“ Sexuelle Übergriffe und Gewalt gegen Frauen kam zur Sprache, was sonst oft ein Tabu ist: Die immer stärker werdende, teilweise sexualisierte Gewalt gegen Frauen am Arbeitsplatz.

1,2 % der Erwerbstätigen erleben in Österreich laut einer EU-Studie Gewalt. Die meisten davon sind weiblich. „Gewalt im öffentlichen Raum ist Teil des Frauenlebens“, betonte Dina Nachbaur von der Verbrechensopferhilfe WEISSER RING. „Gewalt ist immer ein Verbrechen, für viele ist es aber nicht leicht festzustellen, was strafrechtlich relevant ist.“ Auch das sei, so die Geschäftsführerin des WEISSEN RINGES, oft ein Grund dafür, warum viele schweigen.

Auch die anwesende Frauen- und Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser erzählt: „Das Thema Gewalt am Arbeitsplatz begleitet mich schon länger“. Für alle anwesenden ist es klar, dass Gewalt schon bei der respektlosen Wortwahl gegenüber Frauen beginnt. Physische, psychische und sexuelle Gewalt erleben Frauen vor allem in unsicheren Dienstverhältnissen. Und gerade da schweigen die Betroffenen oft aus Angst vor Entlassung.

Konkrete Zahlen sind schwer zu nennen. Deshalb müssen verstärkt innerhalb von Betrieben Maßnahmen ergriffen werden. „Die Unternehmenskultur muss sich anpassen“, betonte Karmen Riedl vom Rechtsschutz der AK Wien. Es gibt außerdem eine Reihe von Hilfseinrichtungen, an die frau sich wenden kann. Die Frauen-Helpline gegen Gewalt oder auch der Opfer-Notruf des WEISSEN RINGES. Beratung und juristische sowie psychosoziale Prozessbegleitung sind kostenlos. „Das sind Angebote, die man kennen sollte“, meinte Dina Nachbaur abschließend. „Es muss keine alleine kämpfen.“