Opferhilfe


Der WEISSE RING hilft Opfern von Straftaten ungeachtet des Alters, Geschlechts, der Nationalität und der Art des Verbrechens. Verbrechensopfer haben eine ganze Reihe von Rechten – auch in einem Strafprozess. Wir klären gemeinsam mit den Betroffenen die bestehenden Ansprüche und vermitteln Sie gegebenenfalls auch weiter an andere Hilfsorganisationen.

Opfer-Notruf
0800 112 112

Der WEISSE RING betreibt im Auftrag des Bundesministeriums für Justiz den Opfer-Notruf 0800 112 112. Wir beraten Sie kostenlos im Einzelfall über Ihre Rechte. Sie erreichen den WEISSEN RING auch über die Europäische Hotline 116 006.

Hilfeleistungen


  • Beratung

    Vereinbaren Sie einen Termin mit einer Juristin oder Psychologin bzw. einem Juristen oder Psychologen des WEISSEN RINGES und lassen Sie sich ausführlich über Ihre Rechte (zum Beispiel nach dem VOG – Verbrechensopfergesetz) und weitere Unterstützungsmöglichkeiten beraten. Diese reichen – je nach Art des Verbrechens – von Schadensersatzansprüchen bis zur psychosozialen und juristischen Prozessbegleitung.

  • Materielle Unterstützung

    Wenn Sie durch das Verbrechen in eine finanzielle Notlage gekommen sind, unterstützen wir Sie mit Einkaufsgutscheinen, Einmalhilfen oder zinslosen Darlehen.

  • Prozessbegleitung

    Bei bestimmten Verbrechen haben Sie Anspruch auf psychosoziale und juristische Prozessbegleitung. Das heißt, im Falle einer Gerichtsverhandlung müssen Sie nicht allein vor Gericht erscheinen bzw. dem Täter gegenüberstehen. Sie werden durch Experten/-innen für Opferschutz (Psychologen/-innen oder Anwälte/-innen begleitet und betreut.

  • Organisatorische Hilfe

    Im Falle eines Raubes, Diebstahls, einer Körperverletzung oder einer anderen kriminellen Tat ist neben dem Schock und der körperlichen Beeinträchtigungen auch sehr vieles zu organisieren. Dabei können wir Sie ebenfalls unterstützen. Wir begleiten Sie zu Behörden und anderen Hilfseinrichtungen.

  • Psychologische Hilfe

    Auch Ihr Gemüt braucht Hilfe. Der WEISSE RING bietet Ihnen sofortige Unterstützung durch Krisenintervention und vermittelt Sie weiter an erfahrene Psycholog/-innen und Psychotherapeut/-innen.

  • Rufen Sie uns an!Wir helfen Ihnen gerne!


Schwerpunkte in der Opferarbeit


Der WEISSE RING setzt sich für alle Opfer von Verbrechen ein, ungeachtet des Alters, des Geschlechts, der Nationalität oder der Art des Verbrechens. Auch wenn Sie selbst nicht Opfer eines Verbrechens geworden sind, können Sie die Hilfe des WEISSEN RINGS in Anspruch nehmen. Ebenso können Sie sich präventiv an uns wenden, wenn Sie Schutz vor Verbrechen und/oder Gewalt suchen.

Unterstützung …

… nach situativer Gewalt


Opfer von Gewalt zu werden, stellt das Welt- und Selbstbild aller Betroffenen in Frage. Das gilt insbesondere dann, wenn die Gewalt überraschend und unvermittelt über einen hereinbricht. Opfer von „situativer Gewalt“ zu werden bedeutet, von einer vollkommen fremden Person verletzt oder bedroht zu werden. Der WEISSE RING ist auf die Unterstützung dieser Gewaltopfer spezialisiert.

Erste Reaktionen wie Überängstlichkeit, Panik, unkontrollierbare Erinnerungen oder Schlaflosigkeit sind gesunde und gewöhnliche Reaktionen auf eine außergewöhnliche Situation. Mit Unterstützung einer Opferhilfeeinrichtung wie dem WEISSEN RING werden diese Reaktionen wieder abklingen und nach einiger Zeit Ihren Alltag nicht mehr beherrschen.

… nach Raub


Nach einem Raub steht der materielle und finanzielle Schaden in der Regel nicht an erster Stelle. Vorrangig gilt es, körperliche und seelische Verletzungen zu erkennen und die Heilung zu unterstützen. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass verletzte Personen so schnell wie möglich ärztlich versorgt werden. Seelische Verletzungen werden oft nicht (an)erkannt oder verharmlost. Doch auch hier gilt: Hilfe, die rasch erfolgt, wirkt doppelt. Warten Sie nicht, bis aus Unruhe- und Angstzuständen chronische psychische Beeinträchtigungen geworden sind. Wenden Sie sich gleich an den WEISSEN RING.

… nach Einbruch

Nach einem Einbruch in die eigene Wohnung, in das eigene Haus bleiben oft Gefühle der Angst und der Verlust von Vertrauen. Die Gewissheit „My home is my castle“ geht verloren. Deshalb brauchen Einbruchsopfer kompetente Unterstützung. Meistens reichen schon Tipps, wie man die eigenen vier Wände wieder „in Besitz nehmen“ kann. Darüber berät Sie der WEISSE RING in allen juristischen, organisatorischen und psychosozialen Fragen.

… betagter Verbrechensopfer


Vieles verändert sich, wenn man älter wird. Die körperliche Fitness lässt nach und manches, das früher selbstverständlich war, wird schwieriger. Das macht Menschen über 60 für manche Kriminelle, wie Trickdiebe, Einbrecher oder Handtaschendiebe zur „leichten Beute“. Trotz aller Vorsicht können Sie Opfer eines Verbrechens werden. In den meisten Fällen bedeutet das einmal einen mehr oder weniger großen materiellen Verlust, manchmal aber auch körperliche und seelische Verletzungen. Ältere Menschen sind von einer Straftat oft besonders betroffen, denn es fehlt ihnen vielfach das soziale Netz, das sie nach dem schlimmen Erlebnis Opfer zu werden auffangen kann. Dadurch entwickelt sich oft eine Negativspirale: Sie werden unsicher, verlieren das Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten, ziehen sich zurück und geben nach und nach ihre Selbständigkeit auf. Deshalb bemüht sich der WEISSE RING besonders ältere Menschen anzusprechen, Ihnen Sicherheit zu geben und sie in Notlagen zu unterstützen.

… junger Verbrechensopfer


Gerade in der Zeit des Erwachsenwerdens beeinträchtigt die Erfahrung von Angst und Ohnmacht drei für dieses Alter wichtige Entwicklungsschritte: Die Herausbildung der eigenen Identität, die Ablösung von der Ursprungsfamilie und die Entdeckung größerer gesellschaftlicher Zusammenhänge. Junge Menschen schämen sich oft, ein „Kinder“schutzzentrum aufzusuchen. Jungen Erwachsenen bietet daher der WEISSE RING die Möglichkeit sich beraten zu lassen – selbstverständlich vollkommen vertraulich und auch anonym.

… von Hinterbliebenen


Im Angesicht des Todes ist wahrscheinlich das einzig Tröstliche, dass der Tod unabdingbarer Teil des Lebens ist. Doch wenn nicht das Schicksal die Fäden zieht, sondern ein anderer Mensch willkürlich das Leben einer geliebten Person nimmt, bleiben meist nur Wut, Verzweiflung und Trauer zurück. Der WEISSE RING bemüht sich, Hinterbliebene in diesen Ausnahmesituationen zu stützen und ein Stück weit zu begleiten.

… nach „Hassverbrechen“


„Hassverbrechen“ sind Gewalttaten gegen Personen, die vom Täter wegen ihrer nationalen und ethnischen Zugehörigkeit, ihrer Religion, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung, ihres Geschlechtes oder ihres Alters ausgewählt und angegriffen werden. Hassverbrechen beinhalten eine klare politische Botschaft: Sie wollen den Eindruck erwecken, dass die Opfergruppe unerwünscht ist. Deshalb ist es im Fall von Hasskriminalität so wichtig, dass sie als solche gesehen und anerkannt wird. Opfer von Hasskriminalität sind durch die gegen sie gerichtete Tat doppelt betroffen: in ihrer persönlichen Identität und als Teil einer Gruppe, zu der sie sich zugehörig fühlen. Besonders geschulte Mitarbeiter/-innen des WEISSEN RINGES beraten und vertreten Opfer von Hasskriminalität. Die Forschungsgemeinschaft des WEISSEN RINGES arbeitet derzeit an einer besonderen Verankerung von Hasskriminalität im Verbrechensopfergesetzes.

… von ZeugInnen


Alleine die Erfahrung, ein Verbrechen unmittelbar oder auch nur aus der Entfernung miterleben zu müssen oder mit den Folgen eines Verbrechens konfrontiert zu werden, kann massiv verstören. Der WEISSE RING unterstützt alle, die infolge eines Verbrechens Unterstützung brauchen.

Projekte „Gewalt in Heimen und bei Pflegeeltern“


2010 sind Berichte von ehemaligen Heimzöglingen, die in kirchlichen und öffentlichen Heimen physischer, psychischer und oft auch sexueller Gewalt ausgesetzt waren, erstmals nachhaltig von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen worden. Österreich weit wurden in der Folge von den verantwortlichen Institutionen Projekte zur Unterstützung Betroffener eingerichtet: von der katholischen Kirche die Österreich weit tätige Unabhängige Opferschutzanwaltschaft („Klasnic Kommission“) und auch in den Bundesländern wurden nach und nach Anlaufstellen für Betroffene eingerichtet.

Der WEISSE RING betreut seit August 2010 Gewaltopfer im Bereich der Wiener Jugendwohlfahrt. Per 31. März 2016 endete die Anmeldefrist für die freiwillige Entschädigungleistung der Stadt Wien. In dieser Zeit wurden 2.705 Fälle bearbeitet und über 52 Millionen Euro an Entschädigungen und Psychotherapie-Maßnahmen von der Stadt Wien bereit gestellt. Seit 1. April wurden keine neuen Fälle mehr aufgenommen. Damit ist ein trauriges Kapitel der Nachkriegs-Pädagogik aber noch lange nicht beendet. Ehemalige Zöglinge, die Opfer von Übergriffen geworden sind, bekommen Hilfe und Betreuung so lange es notwendig ist. Seit dem 1. April 2016 hat der Psychosoziale Dienst der Stadt Wien und die Kinder- und Jugendanwaltschaft die Zuständigkeit übernommen.


Andere Hilfsorganisationen


Hier steht der Text

Prozessbegleitung

Listen bewährter geeigneter Prozessbegleitungseinrichtungen finden Sie in nebenstehendem Link.